ARD-Hörspieldatenbank

Hörspielbearbeitung



George Tabori, Fjodor Michailowitsch Dostojewski

Der Großinquisitor


Vorlage: Die Brüder Karamasow (Roman)

Sprache der Vorlage: englisch

Übersetzung: Ursula Grützmacher-Tabori

Bearbeitung (Wort): Jörg Jannings

Komposition: Klaus Buhlert

Technische Realisierung: Thomas Monnerjahn; Sabine Winkler


Regie: Jörg Jannings

Sie heißen nicht Kain und Abel, sondern Iwan und Aljoscha. Iwan ist ein bitterer, blendender Freigeist mit einer Neigung, seinen Bruder mit zynischen Kommentaren zu brüskieren: "Seid unserer Kindheit geht mir deine Güte auf den Sack." Aljoscha ist ein sanftmütiger Mönch mit der nicht minder seltsamen Neigung, noch die schlimmste Liste der Greuel mit einem schmerzlichen Lächeln von sich abprallen zu lassen. Das Thema ihres Dauerstreits: Gibt es Gott? Um diese Bastion an Menschenliebe endlich in die Luft zu sprengen, erzählt Iwan seinem Bruder eines Tages eine Geschichte aus dem Roman eines "verrückten Russen": Sevilla in der Schreckenszeit der Inquisition. Christus ist wiedergekommen. Die Menschen erkennen ihn und fallen vor ihm auf die Knie. Da läßt ihn der Großinquisitor verhaften. Spät in der Nacht steigt er zu ihm in den Kerker herab und sagt: Verschwinde und laß dich nie wieder blicken. Denn die Herrschaft über die Massen, die die Unmündigkeit der unbequemen Freiheit allemal vorziehen, ist ein unappetitliches und einsame s Geschäft; man muß es sich nicht noch durch die frommen Sprüche eines weltfremden Idealisten stören lassen. Christus antwortet nicht. Er küßt den Großinquisitor und geht. - Doch in Taboris zeitgenössischer Übermalung der berühmten Szene aus Dostojewskis "Brüdern Karamasow" behält auch Aljoschas reinliches Schweigen nicht das letzte Wort.

A
A

Mitwirkende

SprecherRolle/Funktion
Ignaz KirchnerIwan
Hermann LauseAljoscha
Leslie MaltonGruschenka


 

Quellen zum Hörspiel - © DRA/Michael Friebel


PRODUKTIONS- UND SENDEDATEN

Mitteldeutscher Rundfunk / Hessischer Rundfunk 1993

Erstsendung: 24.05.1994 | 40'13


Darstellung: