ARD-Hörspieldatenbank

Ars acustica



Oskar Sala

Jean Paul - Rede des toten Christus vom Weltgebäude herab, daß kein Gott sei -

Sprach-elektronische Komposition nach Jean Paul


Komposition: Oskar Sala


Regie: Oskar Sala

"Anfang 1966 lud mich Hermann Scherchen in sein Studio nach Grabesano (Tessin) ein: Vorschlag für ein Trautoniumwerk für seine nächste internationale Tagung in Gravesano. Bei meinem Besuch überraschte er mich mit einer Kurzfassung des Textes der berühmten Einlage zum Siebenkäs­Roman von Jean Paul. Er bat mich, dies als Vorlage für eine Sprach-Klangkomposition mit dem Mixturtrautonium zu versuchen. 'Ich weiß, daß Sie verschiedenste Sprecher für Ihre Filmkompositionen in Ihrem Studio aufgenommen und dabei eigene technische Methoden ausgearbeite haben. Finden Sie hier ein Maximum und verbinden Sie es mit Ihren Klangzaubereien.' - Ich begann sofort mit der Sprachaufnahme. Mein Favorit war Friedrich Schoenfelder. Als ich die Bandaufnahme Scherchen zur Kenntnis bringen wollte, kam mir die traurige Nachricht zuvor, daß der große Dirigent 'in den Sielen' an einem Herzinfarkt gestorben sei. Die Tonbänder lagerten seitdem ungenützt in meinem Studio-Bandarchiv. Volkmar Heins Umfrage zur Veranstaltungsreihe 'Sprachen der Künste' erinnerte mich an dieses Projekt. Ich fand Schoenfelders Textinterpretation als außergewöhnlich engagiert und sprachtechnisch professional gelungen vor und begann mit Sprach- und Klangexperimenten. Mein Vorschlag wurde akzeptiert, und ich freue mich, daß der alte Plan - auch als posthumer Dank an Herman Scherchen inzwischen mit meinen neuesten Studiotechniken realisiert werden konnte." (Oskar Sala)

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Mitwirkende

SprecherRolle/Funktion
Friedrich SchönfelderSprecher 1966

Sonstige Mitwirkende
Hermann Scherchen


 

Quellen zum Hörspiel - © DRA/Michael Friebel


PRODUKTIONS- UND SENDEDATEN

1986

Erstsendung: 29.09.1988 | 12'20


Darstellung: