ARD-Hörspieldatenbank

Originalhörspiel



Gert Hofmann

Letzte Liebe


Regie: Hans Rosenhauer

"Man müßte das ganze Material über den Großvater und die Großmutter und die Mutter und die vielen anderen toten Leute einmal zusammentragen und auf einem Tisch ausbreiten und, das sagt mir mein Ordnungssinn, in eine bestimmte Form bringen, damit es ein bißchen Bestand hat. Man kann es den Leuten ja nicht ungeformt vor die Füße schütten. (...) Der Großvater, mit siebzig, sagte: Am Anfang war das Licht. Das ging aus. Ich stand vor der Leinwand, allein. Ich schaute ins Publikum. Es waren nicht viele da. Da gab ich das Zeichen L o s. Er sagte: In allen Filmen, auch wenn sie in geschlossenen Räumen spielten, hat es damals geregnet. Das kam, weil die Streifen durch die Finger der Vorführer beschädigt waren. Den Laufkanal, damit er ihren Lauf bremste, haben wir mit schwarzem Samt ausgelegt. Auch der verletzte die Streifen. Dazu kam: Sie wurden älter. Der Großvater nahm mich bei der Hand. Er zupfte an meinem Kragen. Er sagte: Es war nicht die unruhige Projektion, die alles zittern ließ. Es war auch nicht das Atemholen der Leute. Es war der Herzschlag des Kinoerzählers, der alles überwachte, also meiner." (Aus: Gert Hofmann "Der Kinoerzänler", 1990) Nicht nur mit "Der Kinoerzähler" hat Gert Hofmann diesem "Herzschlag" "Bestand" gegeben - auch mit dem Hörspiel "Letzte Liebe", dessen Geschichte Teil jenes Romans ist.

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Mitwirkende

SprecherRolle/Funktion
Klaus BarnerErzähler
Rolf HoppeDer Großvater
Ingeborg OttmannDie Großmutter
Angelika ThomasFrl. Fritsch, die Geliebte des Großvaters
Hans HesslingHerr Götz, ein alter Freund des Großvaters
Jona MuesDer Enkel


 

Hörspiel aktuell


PRODUKTIONS- UND SENDEDATEN

Norddeutscher Rundfunk 1991


Erstsendung: 09.03.1991 | 41'35


Darstellung: