ARD-Hörspieldatenbank

Hörspiel



Heinrich Böll

Zum Tee bei Dr. Borsig


Regie: Ulrich Gerhardt

Robert ist Dichter. Jung, talentiert, jedoch noch nicht etabliert, und deshalb angewiesen auf Aufträge aller Art. Herr Dr. Borsig ist Werbeleiter eines Pharma-Konzerns, etabliert zwar, doch verlassen von der Phantasie früherer Jahre. Dr. Borsigs Problem ist ein neues Mittel gegen Farbenblindheit, von dem bereits 500 000 Schachteln produziert, aber erst 50 000 verkauft sind. Robert soll ihm deshalb eine Public-Relation­Denkschrift verfassen, die er dann selbst nur noch werbetechnisch korrigieren muß. Um Robert für diese Aufgabe zu gewinnen, lädt ihn Dr. Borsig zum Tee zu sich nach Hause ein. Frau Borsig und Franziska, Roberts Freundin, versuchen zwar ihm auszureden, sich auf das verlogene Werbegeschäft einzulassen, doch nimmt Robert, den das Geld lockt, die Einladung an. Beim Tee erfährt er dann, was man von ihm verlangt: Ein Mittel gegen Farbenblindheit läßt sich in großem Maßstab nur dann verkaufen, wenn man durch die Werbung die Angst der Menschheit vor der Farbenblindheit verstärkt. Nun begreift Robert die Strategien der Werbung und entscheidet sich, "die Welt der unrasierten Schwindler der der rasierten vorzuziehen. Man kann nicht ein bißchen im Sumpf spazierengehen: man bleibt ganz draußen, oder man versinkt."

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Mitwirkende

SprecherRolle/Funktion
Hans KorteSöntgen
Uwe FriedrichsenDr. Borsig
Katharina ZapatkaFranziska
Mathias NoackRobert
Ingrid AndreeFrau Borsig
Christiane EislerSekretärin
Uwe KoschelDiener


 

Hörspiel aktuell


PRODUKTIONS- UND SENDEDATEN

Hessischer Rundfunk / Südwestfunk 1990


Erstsendung: 16.04.1990 | 55'30


Darstellung: