ARD-Hörspieldatenbank


Ars acustica


Acustica International

7. Acustica International/Musik Triennale Köln 2000


Nicola Sani

Terra


Komposition: Nicola Sani

Redaktion: Klaus Schöning

Technische Realisierung: Benedikt Bitzenhofer; Matthias Fischenich

Regieassistenz: Tom Lügger


Realisation: Nicola Sani

"'Terra/Erde' ist nach 'Wassererinnerungen' und 'Windstille' der dritte Teil eines Zyklus von Radiokompositionen und Performances über den Klang der vier Elemente. Die Metapher der 'Erde' drückt sich in diesem Werk durch die Percussion aus, realisiert mit einem Ensemble von Schlaginstrumenten und ihren Klangwirkungen, die mit den ersten klanglichen Artikulationen des Menschen und der Idee von Materie verbunden sind. Um das Materielle des Klangs auszudrücken, werden ganz bestimmte Schlaginstrumente aus Stein, Metall, Holz und Leder benutzt. Es entsteht ein roher, urtümlicher Klang, der durch die Gestik des Schlagzeugers Isao Nakamura und die elektroakustische Bearbeitung - wie von einem Bildhauer gestaltet - 'lebendige Materie' wird. Der Performer befindet sich im Zentrum einer Klangaktion, in der die Percussion jenseits ihrer bekannten rhythmischen Bedeutung eingesetzt wird, ausgehend von minimalen Elementen aus Natur und Alltag, kleinen Gesten und Geräuschen der Erde. Auf der Reise durch verborgene Windungen der 'Erde' werden Klänge gesammelt, wie sie in ältester Zeit entstanden sein könnten. Frei von Bindungen und Normen entsteht der Klang der Percussion aus dem Nichts und schwebt leicht dahin, so als wolle er nicht eindringen in ein Territorium, in dem der Mensch nichts ist als ein vorübergehender Komparse. Wenn die Töne ausklingen, wenn auch die letzten Schwingungen verebbt sind, kehrt der Atem der 'Erde' zurück, während - vielleicht für einen Augenblick - ein Schimmer unseres Unbewussten kurz aufblitzt, der wie ein 'Hauch', ein geheimnisvoller Seufzer, aus der Erde selber zu kommen schien." (Nicola Sani)

Nicola Sani, geboren 1961 in Ferrara, ist Komponist von Instrumental- und elektroakustischen Kompositionen; er schuf Werke für Musiktheater und Tanz sowie Intermedia-Installationen. Er erhielt zahlreiche Aufträge und Stipendien von internationalen Institutionen. Im Bereich der visuellen Kunst, des Films und des Schauspiels arbeitete er u.a. zusammen mit Michelangelo Antonioni, Mario Sasso, Daniele Abbado, Nam June Paik, Fabrizio Plessi, dem Studio Azzurro. 1990 erhielt er den Prix Ars Electronica, Linz. Eine besondere Erwähnung erhielt er beim Prix Italia 1994. 1997 wurde ihm der Erato-Preis vom italienischen Außenministerium verliehen, 1998 der Guggenheim-Preis. Er ist Künstlerischer Leiter des Festivals Emergenze in Rom und Berater der IUC-Istituzione Universitaria dei Concerti von Rom. Seit 1990 arbeitet er als Produzent der RAI. Er ist Redakteur der Zeitschrift "Musica/Realtà". Für das Studio Akustische Kunst realisierte er neben "Matera Sassi" das Klangfresko "Wassererinnerungen" und "Windstille" (WDR-Festivals Acustica International 1996/1998).

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Mitwirkende

Musiker: Isao Nakamura (Percussion)

 


 


Quellen zum Hörspiel - © DRA/Michael Friebel


PRODUKTIONS- UND SENDEDATEN

Westdeutscher Rundfunk 2000

Erstsendung: 20.05.2000 | 32'21


Darstellung: