ARD-Hörspieldatenbank


Hörspielbearbeitung



Alfred Lichtenstein

Nachtgesänge


Vorlage: Kuno Kohn (Gedichte)

Komposition: Juan Allende-Blin

Technische Realisierung: Andrea Mammitzsch; Christiane Köhler

Regieassistenz: Robert Schoen


Regie: Juan Allende-Blin

Als das Leben in der Großstadt noch ein Abenteuer war, trieb sich der Poet Alfred Lichtenstein (1889-1914) durch das nächtliche Berlin. Als alter Ego erfand er die Figur des Kuno Kohn, des anonymen Manns in der Menge, der sich einer Welt ausgesetzt sieht, in der man nur noch "grotesk", nämlich "spaßeshalber" weiterleben kann. Die nächtliche Begegnung mit Menschen, die ein verborgenes Leben führen, wird ihm zur Passion. - Über die Zeiten hinweg, in denen das Deutschland Lichtensteins in Schutt und Asche gelegt wurde, sah sich der Komponist Juan Allende-Blin in der Trümmerlandschaft der Hamburger Nachkriegsjahre mit ähnlich rätselhaften Nachtexistenzen konfrontiert. Überlebende des Zweiten Weltkrieges, die sich zwischen Glamour und Vereinsamung in eine transsexuelle Existenz gerettet hatten und in einer eigenen Bezugswelt lebten, die sich im musikalischen Untergrund dieses autobiographischen Melodrams artikuliert.

Juan Allende-Blin, geboren 1928 in Santiago de Chile, kam 1951 als Musikstudent nach Deutschland und lebt heute als Komponist in Essen. Er schrieb Konzertkompositionen und mehrere Hörstücke, u.a. "Rapport sonore" (1983 erhielt er dafür den Karl-Sczuka-Preis).

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Mitwirkende

Sprecher
Robert Schoen
Juan Allende-Blin


 


Quellen zum Hörspiel - © DRA/Michael Friebel


PRODUKTIONS- UND SENDEDATEN

Südwestrundfunk 2000

Erstsendung: 08.03.2001 | 46'56


REZENSIONEN

  • Frank Olbert: In: Frankfurter Allgemeine Zeitung. 07.03.2001.

Darstellung: