ARD-Hörspieldatenbank

Hörspielbearbeitung



Werner Schwab

Volksvernichtung oder Meine Leber ist sinnlos


Vorlage: Volksvernichtung (Theaterstück)

Bearbeitung (Wort): Wolfgang Stahl

Regie: Annette Kurth

"Die sind ja immer in so einer Dämmerung, diese Landschaften, und geben mir keine Ruhe, wenn nicht ein lustiges Auge eine Freundlichkeit auf die Natur hinaufküsst." Kein gnädiges Auge küsst Hermann Wurm in seiner verzweifelten Welt. Der klumpfüßige Mann begreift sich als Kunstmaler. Seine Mutter sieht ihn als Irrtum der Evolution. Zusammengepfercht in ihren Verstelltheiten bereiten sie sich die Hölle. Der Kessel um die Verfluchten schließt sich mit dem Eingreifen der Nachbarfamilie Kovacic, deren klischierte Familienidylle klebt wie ein Fliegenfänger. Die Todesurteile spricht schließlich über alle die gebildete Professorenwitwe Grollfeuer, während sich bei ihrem Geburtstagsessen das Widerliche zur Potenz aufschwingt. Mit Orkanstärke und Berserkergewalt bannt die Sprache von Werner Schwab und lässt trotz aller Kunsthaftigkeit nie eine Chance, das Geschilderte für Utopie zu halten.

Werner Schwab (1958-1994) hatte zunächst Bildhauerei an der Akademie in Wien studiert. Vor seinem brachialen Eingreifen in die deutschsprachige Bühnenszene sei er nur ein einziges Mal im Theater gewesen, behauptete er selbst, und zwar zur Pause. Immer auch umstritten wegen seiner mildelosen Verätzungen in unverwechselbarer Kunstsprache, war er schon vor seinem frühen Tod zum Maßstab geworden. Allein im Jahr 1992 zeigten mehr als 40 Theaterhäuser die "Volksvernichtung".

A
A

Mitwirkende

SprecherRolle/Funktion
Louise MartiniFrau Grollfeuer
Nicole HeestersFrau Wurm
Jens WawrczeckHerrmann Wurm
Almut ZilcherFrau Kovacic
Hermann LauseHerr Kovacic
Marina GalicDesiree Kovacic
Bettina EngelhardtBianca Kovacic


 

Hörspiel aktuell


PRODUKTIONS- UND SENDEDATEN

Westdeutscher Rundfunk 2002


Erstsendung: 24.04.2002 | 77'17


REZENSIONEN

Frank Olbert: In: Frankfurter Allgemeine Zeitung. 25.04.2002. S. 54. | Jochen Meißner: In: Funk-Korrespondenz. 50. Jahrgang. Nr. 19. 10.05.2002. S. 35.


Darstellung: