ARD-Hörspieldatenbank

Hörspielbearbeitung



Bertolt Brecht

Leben des Galilei


Vorlage: Leben des Galilei (Schauspiel)

Bearbeitung (Wort): Maximilian Scheer

Komposition: Hanns Eisler

Dramaturgie: Wolfgang Beck

Regie: Fritz Göhler

Jener Lebensabschnitt des Galileo Galilei, Lehrer der Mathematik zu Padua, soll gezeigt werden, da er das neue Kopernikanische System beweisen will, das die Sonne in den Mittelpunkt des Alls stellt. Der Astronom gerät mit seiner Beweisführung in Konflikt mit den hohen Würdenträgern der Kirche, die ihre Lehre, wonach Gott die Welt geschaffen habe, in Frage gestellt sehen. Mit Hilfe eines Fernrohrs, das er den Vertretern der Republik Venedig überreicht hat, entdeckt Galilei am Himmel Erscheinungen, welche das Kopernikanische System beweisen. Auch in Florenz wird ein solches Gerät installiert, doch auch dort will man nichts von Galileis Beweisführungen wissen. Galilei läßt sich nicht beirren; auch als die Pest ausbricht, setzt er seine Untersuchungen fort. Im Jahre 1616 scheint man endlich Galileis Forschungsergebnisse anerkennen zu wollen, vor allem, als der päpstliche Astronom Clavius die Richtigkeit bestätigt. Dennoch setzt der Kardianal-Inquisitor die Kopernikanische Lehre auf den Index. Nach mehrjährigem Schweigen wird Galilei in seinen Forschungen aufs neue ermutigt, doch ab 1633 beginnt eine Hetzjagd von kirchlicher Seite gegen den Gelehrten, der sich schließlich dazu zwingen läßt, vor der Inquisition am 22. Juni 1633 seine Lehre von der Bewegung der Erde zu widerrufen. Bis zu seinem Tode im Jahre 1642 lebt Galilei als Gefangener der Inquisition und arbeitet an seinem letzten Buch, den "Discorsi". Seinem Schüler Andrea Sarti, der ihn hier besucht, gibt er seine Weisheit preis: "Ich halte dafür, daß das einzige Ziel der Wissenschaft darin besteht, die Mühseligkeit der menschlichen Existenz zu erleichtern. Wenn Wissenschaftler, eingeschüchtert durch selbstsüchtige Machthaber, sich damit begnügen, Wissen um des Wissens willen aufzuhäufen, kann die Wissenschaft zum Krüppel gemacht werden, und eure neuen Maschinen mögen nur neue Drangsale bedeuten. Ihr mögt mit der Zeit alles entdecken, was es zu entdecken gibt, und euer Fortschritt wird doch nur ein Fortschreiten von der Menschheit weg sein."

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Mitwirkende

SprecherRolle/Funktion
Kurt BöweGalileo Galilei
Peter ReusseAndrea Sarti
Daniel BerlinAndrea Sarti, als Kind
Brigitte LindenbergFrau Sarti
Petra HinzeVirginia
Thomas KästnerLudovico Marsili
Dietrich KörnerSagredo
Günter SonnenbergFederzoni
Michael Narlochder kleine Mönch
Eckhart StrehleKardinal Barberini, später Papst Urban VIII.
Gerd GrasseKardinal Bellarmin
Wolf Kaiserder Kardinal Inquisitor
Wolfgang Bruneckerder Kurator
Friedrich Richterder sehr alte Kardinal
Hilmar Baumann
Peter Brang
Christoph Engel
Werner Ehrlicher
Freimuth Götsch
Thankmar Herzig
Johannes Maus
Klaus Mertens
Wolf-Dieter Panse
Lothar Schellhorn
Heinz Suhr
Siegfried Wittlich
Ekkehard HahnSprecher

Dirigent: Manfred Roost

 

Musiker: Matthias Schmidt (Flöte), Hans Himmler (Klarinette), Paul Funk (Cembalo), Günter Naumann (Singstimme), Agnes Kraus (Singstimme)

 

Chor: Rundfunk-Kinderchor Berlin


 

Hörspiel historisch


PRODUKTIONS- UND SENDEDATEN

Rundfunk der DDR 1973


Erstsendung: 08.02.1973 | 127'12


Hörspiel im DRA Babelsberg verfügbar


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