ARD-Hörspieldatenbank


Hörspielbearbeitung



Samuel Beckett

Schlecht gesehen schlecht gesagt


Vorlage: Schlecht gesehen schlecht gesagt (Prosa)

Sprache der Vorlage: französisch

Übersetzung: Elmar Tophoven

Technische Realisierung: Winfried Meßmer; Hans Scheck; Susanne Herzig

Regieassistenz: Monika von Aufschnaiter


Regie: Ulrich Lampen

Die späten Texte Samuel Becketts beschäftigen sich verstärkt mit Prozessen der Wahrnehmung. Der Prosatext "Schlecht gesehen schlecht gesagt" ("mal vu mal dit"), erschienen 1981, kreist um das Warten auf die Bewohnerin einer heruntergekommenen Kate in einer nicht näher definierten Steinöde. Während in "Gesellschaft" die Stimme und das Hören im Vordergrund stehen, sind der Protagonist in "Schlecht gesehen schlecht gesagt" das Auge/der Blick und die möglichst prompte und präzise Wiedergabe des Gesehenen: "Genug. Schneller. Schnell sehen, damit der Stuhl nicht abweicht wie alles nach seinem Ebenbild. Minimal geringer. Nicht mehr. Auf dem besten Weg zur Inexistenz, wie zur Null das Unendliche. Es schnell zu sagen." Der Stillstand, in dem Beobachter und das Beobachtete verharren, steht in Widerspruch zu einem stakkatoartigen Wortschwall, in dem sich Wertigkeiten aufheben und Zustandsbeschreibungen in absurde Regelsysteme führen. In vielen seiner Texte wechselte Beckett von seiner Muttersprache Englisch zur Fremdsprache Französisch, weil ihn das Schreiben in der fremden Sprache zu einer Vereinfachung der Sätze zwang und ihm ermöglichte, einem überlieferten Form-Inhalt-Verhältnis zu entgehen. Er übersetzte den Text kurz nach Fertigstellung selbst ins Englische: "ill seen ill said". Regisseur Ulrich Lampen arbeitet in seiner Inszenierung mit drei Stimmen, die jeweils in zwei Sprachen (Englisch-Französisch, Englisch-Deutsch, Deutsch-Französisch) agieren. Kurze Passagen, einzelne Sätze, Ausrufe werden simultan übereinander gelegt - die Musikalität und der Sprachwitz dieses späten Beckett-Textes treten so in den Vordergrund.

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Mitwirkende

Sprecher
Isolde Barth
Jens Wawrczeck
Natasha Parry


 


Quellen zum Hörspiel - © DRA/Michael Friebel


PRODUKTIONS- UND SENDEDATEN

Bayerischer Rundfunk / Deutschlandradio 2004

Erstsendung: 14.06.2004 | 59'00


REZENSIONEN

  • Stefan Fischer: Süddeutsche Zeitung. 05.06.2004. S. 17.

Darstellung: