ARD-Hörspieldatenbank

Hörspielbearbeitung



Wilhelm Raabe

Horacker oder Das liebliche Abdera


Vorlage: Horacker oder Das liebliche Abdera (Prosa)

Bearbeitung (Wort): Joachim Staritz

Komposition: Reiner Bredemeyer

Dramaturgie: Peter Goslicki

Regie: Joachim Staritz

Einen Zeitabschnitt von kaum zehn Stunden umfaßt dieser kleine Roman: den Nachmittag und Abend des 25. Juli 1867. Humorvoll sinnierend weist der Erzähler darauf hin, was zu dieser Zeit an welthistorischen Ereignissen geschehen ist - doch nur, um sich in seiner Geschichte ganz davon abzusetzen und sich den Ereignissen in einem kleinen Provinznest widmen zu können. Der alte Konrektor Eckerbusch und der junge Zeichenlehrer Windwebel unternehmen an diesem Feriennachmittag einen Spaziergang durch die Weserwälder. Dabei begegnen sie dem angeblichen "Mörder und Jungfrauenschänder" Cord Horacker, der sich in den Wäldern versteckt hat und gerade von seiner steinalten Mutter aus dem Gebüsch gezogen wird "gleich einem kranken Hunde ". Horacker ist ein neunzehnjähriger entsprungener Fürsorgezögling; in Wirklichkeit ist sein schlimmstes Verbrechen, einen Topf Schmalz gestohlen zu haben, und nur durch das dumme Gerede der Bauern ist er in den Geruch eines Verbrechers gekommen. Windwebel gelingt es, das Vertrauen des Jungen zu gewinnen und ihn in das Pfarrhaus von Gänsewinckel zu bringen. Hier findet Cord sein geliebtes Lottchen Achterhang wieder, die aus ihrer Stellung "irgendwo hinter Berlin" zu Fuß nach Gänsewinckel gekommen ist, als sie die völlig haltlosen Gerüchte über ihren Freund hörte. Bald darauf treffen - auf Grund der Nachricht, Horacker habe zwei Schulmeister erschlagen - auch der Staatsanwalt Wedekind und die beiden Lehrergattinnen im gastfreundlichen Haus des Pfarrerehepaars Winkler zu Gänsewinckel ein. Unter dem Zauber einer Sommernacht, wie er, "von Shakespeare abgesehen, selten eingefangen worden ist" (B. Fairley), verpflichten sich die versammelten Erwachsenen, den beiden jungen Leuten wieder in eine geordnete Existenz zurückzuhelfen: Cord, der nur deshalb aus der Fürsorgeanstalt entlaufen ist, weil "man" ihm erzählte, sein Lottchen liebe ihn nicht mehr, und Lottchen, die sich im Pfarrhaus von den Strapazen ihrer Fußreise ausschläft, sollen sich möglichst bald bekommen, nachdem ihnen "das kleine, so leicht gesprochene, so schnell geschriebene, so flüchtig ins Ohr klingende, gedruckt kaum ins Auge fallende Wörtchen: "man", die von "heimtückischen Philistergesichtern" ausgestreuten Gerüchte und Schreckensmeldungen so böse mitgespielt haben. 

A
A

Mitwirkende

SprecherRolle/Funktion
Erika Pelikowskyein räsonierendes Individuum
Edgar Harterein apologetisches Individuum
Berko AckerKurt Horacker
Margit BendokatLottchen Achterhahn
Agnes Krausdie Witwe Horacker
Jürgen HoltzKonrektor Eckerbusch
Karin Gregorekseine Frau Ida
Michael GwisdekZeichenlehrer Windwebel
Simone von Zglinickiseine Frau Hedwig
Kurt BöwePastor Winkler
Käthe Reicheldessen Frau Bella
Hans TeuscherHerr Dorfvorsteher Neddermeier
Klaus MertensStaatsanwalt Wedekind
Jürgen GoeschHerr Dr. Neubauer
Walter LendrichKantor Böxenda
Carola Braunbock
Angela Brunner
Rita Hempel
Lothar Hahn
N. N.Kinder

Musiker: Fritz Gräfe (Horn), Herbert Auerbach (Horn), Berliner Doppelquartett

 


 

Hörspiel historisch


PRODUKTIONS- UND SENDEDATEN

Rundfunk der DDR 1978


Erstsendung: 27.05.1978 | 53'52


Hörspiel im DRA Babelsberg verfügbar


Darstellung: