ARD-Hörspieldatenbank


Hörspielbearbeitung



James Kelman

Spät war es, so spät


Vorlage: Spät war es, so spät (Roman)

Sprache der Vorlage: englisch

Übersetzung: Silvia Morawetz

Bearbeitung (Wort): James Kelman

Technische Realisierung: Günther Kasper

Regieassistenz: Natia Koukoulli-Marx


Regie: Fabian von Freier

Sammy, ein Ex-Häftling und Gelegenheitsdieb aus Glasgow, wacht nach einer durchzechten Nacht an einer Straßenecke auf und kann sich nicht mehr an die letzten Tage erinnern. Als er, noch immer betrunken, auf dem Weg nach Hause zwei Polizisten begegnet, beginnt er eine Schlägerei. Erst in der Arrestzelle kommt Sammy wieder zu sich und muss feststellen, dass er nach dem Zugriff der Polizei erblindet ist. Doch weder die Polizei, die ihn einfach wieder auf die Straße setzt, noch der Amtsarzt glauben ihm. Die einfachsten Dinge muss er neu erlernen, aus dem Dunkel seiner Gedanken, der Geräusche und Gespräche um ihn herum die Welt neu sortieren. Außerdem ist er Repressalien von Institutionen ausgesetzt, von denen er eigentlich Hilfe erwartet. Die Polizei observiert ihn, und zu allem Überfluss ist seine Freundin spurlos verschwunden. Könnte er sich doch nur an die letzten Tage erinnern. Angesiedelt im rauen Glasgower Arbeitermilieu, erzählt "Spät war es, so spät" von der sozialen Kälte, die einem entgegenschlägt, ist man erst einmal abgerutscht.

James Kelman, 1946 in Glasgow geboren, zählt zu den bedeutendsten Vertretern der zeitgenössischen schottischen Literatur. Mit fünfzehn Jahren brach er vorzeitig die Schule ab und lebte einige Jahre in den USA. Danach schlug er sich als Gelegenheitsarbeiter durch, um schließlich nach Glasgow zurückzukehren, wo seine Karriere als Schriftsteller begann. International bekannt wurde er mit Kurzgeschichten aus dem Milieu der Glasgower Unterwelt. Fernsehspiele, Hörspiele und Theaterstücke schlossen sich an. Kelman unterrichtete an der University of Texas und hatte Lehraufträge an mehreren britischen Lehrinstituten. Seine Werke wurden mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet. Für "How late it was, how late" (1994, dt. "Spät war es, so spät", 2004) erhielt er den Booker Prize, den bedeutendsten britischen Literatur-Preis. Die Bearbeitung seines eigenen Romans ist James Kelmans erste Arbeit für den deutschen Hörfunk.

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Mitwirkende

SprecherRolle/Funktion
Alexander HauffSammy
Thomas Anzenhofer1. Detective
Axel Gottschick2. Detective
Simon RodenMann vom Sozialamt
Sabine PostelFrau vom Sozialamt
Frank AlbrechtAli
Rainer HomannDr. Logan
Götz ArgusTam Roberts
Thomas KleinkePeter
Marius WurthKeith
Markus Scheumann1. Cop
Andreas Grötzinger2. Cop
Stephan Runge3. Detective
Florian SeigerschmidtJunger Mann
Thessy KuhlsAlte Frau
Heidrun GrotePostfrau
Bert StevensMann am Bus
Heinz BaumeisterFahrer
Paul FaßnachtWachmann vom Sozialamt
Hans Gerd KilbingerBlinder
Angelika FornellSprechstundenhilfe
Steffen GräbnerHerb


 


Quellen zum Hörspiel - © DRA/Michael Friebel


PRODUKTIONS- UND SENDEDATEN

Westdeutscher Rundfunk 2005

Erstsendung: 26.10.2005 | 77'30


REZENSIONEN

  • Stefan Fischer: Süddeutsche Zeitung. 25.10.2005. S. 17. - Waldemar Schmid: Funk-Korrespondenz. 53. Jahrgang. Nr. 44. 04.11.2005. S. 30.

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