ARD-Hörspieldatenbank

Originalhörspiel


Ortstermin 1945


Stefan Weigl

Nacht unter Berlin


Technische Realisierung: Günther Kasper

Regieassistenz: Natia Koukoulli-Marx


Regie: Annette Kurth

"Die Leute, die nach Berlin ziehen, erwarten, dass alles gut wird. Sie haben sich auf den weiten Weg gemacht, jetzt muss es sich lohnen." Kriegsende: Auf der Flucht vor der Roten Armee landet der deutsche Ingenieur Josef Aumiller irgendwo in den Katakomben von Berlin. Der Gedanke, dass er seinen großen Traum, den vollautomatischen "Verbrennungsofen für den Massenbetrieb", nicht mehr verwirklichen kann, macht ihn fast wahnsinnig. In seinem Versteck findet er ein Tonbandgerät, mit dessen Hilfe er seine Pläne und Gedanken für die Nachwelt aufzubewahren beschließt. Dabei wird das Band wieder und wieder be- und übersprochen. Denn die Sprechzeit ist begrenzt. Die akustische Hinterlassenschaft muss also mit knappsten Mitteln perfektioniert werden. Aumiller geriert sich zunächst als verhinderter Humanist und Wohltäter, doch Sprachschicht um Sprachschicht wird ein Anderer hörbar: Aumiller, der Massenmörder, der nicht zum Zuge kommt und der nun überall Verrat, Verschwörung und Unfähigkeit wittert. "Nacht unter Berlin" ist ein akustisches Palimpsest.

Stefan Weigl, geboren 1962, lebt in München und schreibt für Hörfunk, Film und Fernsehen. Nach "Stripped - Ein Leben in Kontoauszügen" (WDR 2004) ist "Nacht unter Berlin" sein zweites Hörspiel; es wurde gefördert mit einem Stipendium der Filmstiftung Nordrhein-Westfalen.

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Mitwirkende

SprecherRolle/Funktion
Friedhelm PtokJosef Aumiller
Anja LaïsSprecherin


 

Quellen zum Hörspiel - © DRA/Michael Friebel


PRODUKTIONS- UND SENDEDATEN

Westdeutscher Rundfunk 2005

Erstsendung: 04.05.2005 | 55'20


REZENSIONEN

  • Norbert Schachtsiek-Freitag: Funk-Korrespondenz. 53. Jahrgang. Nr. 19. 13.05.2005. S. 27.

Darstellung: