ARD-Hörspieldatenbank

Originalhörspiel



James Saunders

Menocchio

übersetzt aus dem Englischen


Übersetzung: Hilde Spiel

Redaktion: Johann Maria Kamps


Regie: Hans Hausmann

"Ich, Domenico Scandella, genannt Menocchio, bin ein getaufter Christ und habe immer im christlichen Sinne gelebt, wie ich ihn verstehe..." So beginnt der Lebensbericht des italienischen Müllers aus dem Dorf Montreale in der Region Friaul des 16. Jahrhunderts, eines geschwätzigen, selbstgefälligen "Narren", der wegen seiner lauthals geäußerten Abneigung gegen die Korruption innerhalb der katholischen Kirche in die Fänge der allgegenwärtigen Inquisition geraten war. Menocchio konnte lesen und schreiben, war aber sonst kaum gebildet. Was er hatte, war sein gesunder Menschenverstand, und den verteidigte er bis zum bitteren Ende. "Dieser Text war mir sehr wichtig", sagt James Saunders, "denn ich hatte es langsam satt, die andauernd von uns allen geforderten gesellschaftlichen Anpassungen noch länger zu schlucken". In diesem Sinne ist der individuelle Fall aus dem Mittelalter ein Exempel für den Jahrhunderte währenden Prozess der Aufklärung, das zugleich Mut machen soll gegen die Dogmatiker und Mächtigen der heutigen Zeit.

James Saunders wurde 1925 in London geboren. Er schlug sich zunächst als Gelegenheitsarbeiter durch, war dann Lehrer, bis ihm 1962 mit "Ein Eremit wird entdeckt" der Durchbruch in die Theaterwelt gelang. Zahlreiche international gespielte Theaterstücke und Hörspiele folgten.

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Mitwirkende

SprecherRolle/Funktion
Hans Helmut DickowDomenico Scandella, genannt Menoccio


 

Quellen zum Hörspiel - © DRA/Michael Friebel


PRODUKTIONS- UND SENDEDATEN

DRS / Westdeutscher Rundfunk 1986

Erstsendung: 08.04.1986 | 77'39


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