ARD-Hörspieldatenbank


Originalhörspiel



Madeleine Giese

Der Garten der Kaiserin


Komposition: Christian Mevs

Dramaturgie: Anette Kührmeyer

Technische Realisierung: Ingo Siegrist; Helga Ruben

Regieassistenz: Kathrin Stolze


Regie: Harald Krewer

"Wir sind aus jenem Stoff wie der zu Träumen, und dieses kleine Leben umfasst ein Schlaf" (Shakespeare, Der Sturm). Dieses kleine Leben heißt Katja und ist 8 Jahre alt. Sie hört diesen Satz von einer alten, geheimnisvollen Frau und kann noch nicht ahnen, dass sie bald aus diesem Schlaf aufwachen wird. Katjas Antwort: "Ich träum oft, aber dann sagt Mama, ich lüge. Aber es gibt doch den Garten. Es gibt Kaiser, die machen, was sie wollen". Mama ist eine arbeitslose, allein erziehende Friseuse, die ein neues Auskommen in Kaiserslautern sucht und ihrer Tochter mit dem Umzug ein Paradies verspricht. Aber die Realität sieht anders aus. Schorsch, der Umzugsgehilfe, ein fettleibiger, bierseliger Prolet, quartiert sich als gewalttätiger Adoptivvater in der neuen Wohnung ein. Katja flieht in ihre Träume vom Kaisergarten und seinen Geheimnissen. Und den sieht sie auch - vom achten Stock gegenüber ihrer Betonbausiedlung - ein prächtiges Haus mit einem wunderschönen Garten. Dort lebt eine alte Frau - die vermeintliche Hexe wird zur weisen Frau, die Katja aus dem Schlaf weckt. "Eine Kaiserin kann machen, was sie will. Niemand hat ihr etwas zu sagen. Und niemals macht sie sich ihr Haar selber. Sie hat auch 365 Friseure" schwärmt Ilse ihrer achtjährigen Tochter Katja vor. Ilse ist eine arbeitslose, allein erziehende Friseuse, die ein neues Auskommen in Kaiserslautern, "der Stadt der Kaiser" sucht. Doch je mehr Katja von ihrer Mutter "ent-täuscht" wird, desto mehr entwickelt sich die phantastische Kaiserin und deren Palastgarten zum Gegenbild der Erwachsenenwelt, die Kaiserin steht für Unabhängigkeit, Wahrhaftigkeit und Macht- das schließt die Anwendung von Gewalt nicht aus.

Madeleine Giese, geboren 1960 im saarländischen Lebach, studierte an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst in Frankfurt. Zwischen 1982 und 2001 hatte sie diverse Schauspiel-Engagements, seit 1987 verfasst sie Textbeiträge für Kabarett, Rundfunk und Theater, vor allem aber Kriminalromane. 2008 erschien ihr vierter Roman "Der kleine Tod" Für den SR schrieb sie den ARD Radio Tatort "Kein Feuer so heiß".

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Mitwirkende

SprecherRolle/Funktion
Paula BerningKatja
Eva GosciejewiczNori
Barbara PhilippIlse
Madeleine GieseFrau Hoffmann
Thomas KügelSchorsch
Sabin TambreaDenis
Karin SchroederAlte Frau/An- und Absage


 


Quellen zum Hörspiel - © DRA/Michael Friebel


PRODUKTIONS- UND SENDEDATEN

Saarländischer Rundfunk 2009

Erstsendung: 03.12.2009 | 33'03


REZENSIONEN

  • N.N: Funk-Korrespondenz. Nr. 50. 11.12.2009. S. 36f.

Darstellung: