ARD-Hörspieldatenbank

Hörspielbearbeitung, Kriminalhörspiel



Chester Himes

Die wahrhaft coolen Killer


Vorlage: Heiße Nacht für kühle Killer (Roman)

Sprache der Vorlage: amerikanisch

Übersetzung: Alex Bischoff

Komposition: Carsten Meyer

Dramaturgie: Uta-Maria Heim

Regie: Martin Heindel

An der Theke steht ein Mann, ein Weißer. Er ist zur falschen Zeit am falschen Ort; auf eine Messerstecherei folgt eine wilde Flucht. Ein Schuss löst sich, und der Weiße liegt tot auf der Straße. Für die beiden Cops Grave Digger Jones und Coffin Ed ein klarer Fall. Doch dann stellt sich heraus, dass die vermeintliche Tatwaffe nur eine Schreckschusspistole ist. Im Handgemenge verliert Coffin Ed die Nerven und erschießt einen Schwarzen. Er wird vom Dienst suspendiert, und Grave Digger gerät allein zwischen die Fronten. Er löst den Fall mit einer Methode, die in keinem Gesetzbuch vorgesehen ist. Nach "Die Geldmacher von Harlem" ist dies das zweite Hörspiel einer vom SWR produzierten Trilogie nach den Harlem-Romanen von Chester Himes. Teil 1 "Die Geldmacher von Harlem" wurde 2009 gesendet. "Auch nach Jahren wirken seine Bücher noch so hart, beunruhigend und radikal wie am ersten Tag." (Eberhard Falcke, NDR) "Chester Himes ist eine Schlüsselfigur in der Literatur des 20. Jahrhunderts, ein scharfsinniger und wütender Chronist des täglichen Lebens." (Thomas Wörtche) "Rabenschwarz und garantiert nicht p. c. sind die Krimis des Chester Himes, der sein Personal die Lexington Avenue rauf und runter hetzt, dann Richtung 112te Straße und mit hundert Sachen in die 8th Avenue." (Cornelia Zetzsche, Bayerischer Rundfunk) "Die Geschichte ist knallhart und spannend." (Michaela Grom, SWR 1)

Chester Himnes (1909-1984), geboren am 29. Juli in Jefferson City/Missouri, kam 1927 als schwarzer Student an die Ohio STate University, musste das Studium jedoch wegen krimineller Delikte abbrechen. 1928 verübte er einen bewaffneten Raubüberfall und wurde zu zwanzig Jahren Haft verurteilt. Schon im Gefängnis schrieb er Kurzgeschichten, 1936 wurde er vorzeitig entlassen. 1940 zog Chester Himes nach Kalifornien und arbeitete in der Werftindustrie. Seine Erfahrungen in der Arbeitswelt, mit Rassismus, den Gewerkschaften und kommunistischen Aktivitäten schlugen sich in seinen ersten Romanen nieder. Von verschiedenen Seiten erntete er jedoch herbe Kritik. Himes fühlte sich in den USA missverstanden. Seine erste Ehe scheiterte. 1953 ging er nach Frankreich. Er hatte kein Geld, konnte kaum Französisch und bewegte sich unsicher durch die Literaturszene. Marcel Duhamel, der beim französischen Verlag Gallimard die renommierte "série noir" herausgab, überredete Himes 1957 zu seinem "Harlem Zyklus", obwohl Himes Harlem kaum kannte. 1958 gewann "A Rage in Harlem" ("Die Geldmacher von Harlem") als erster Titel eines englischsprachigen Autors den "Grand Prix de la Littérature Policière". Nun wurde Himes in Europa als Kult-Autor gefeiert. In den USA hingegen konnte er sich überhaupt nicht durchsetzen. Nur aus einem einzigen seiner zahlreichen Krimis, "Cotton comes to Harlem", wurde ein (nicht allzu erfolgreicher) Kinofilm. Mit seiner zweiten Frau, die er 1978 heiratete, lebte Chester Himes bis zu seinem Tod 1984 in Spanien.

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Mitwirkende

SprecherRolle/Funktion
Martin SemmelroggeErzähler
Udo SchenkGrave Digger Jones
Engelbert von NordhausenCoffin Ed
Rüdiger VoglerPolizeichef
Stefan MerkiSergent
Donald Arthur
Christian Baumann
Martin Boss
Christine Davis
Ferdinand Dörfler
Hubertus Gertzen
Sascha Icks
Thomas Loibl
Jennifer Minetti
Linda Olsansky
Alfons Rau
Effi Rabsilber
Michael Stange
Andreas Tobias
Berthold Toetzke
Berth Wesselmann


Effi Rabsilber als Sugartit und Martin Bross als Scheich | © SWR/Monika Maier

Effi Rabsilber als Sugartit und Martin Bross als Scheich | © SWR/Monika Maier

Effi Rabsilber als Sugartit und Martin Bross als Scheich | © SWR/Monika Maier
Udo Schenk als Grave Digger, Engelbert von Nordhausen als Coffin Ed, Regisseur Martin Heindel und Martin Bross als Scheich (v.l.) | © SWR/Monika Maier
Ferdinand Dörfler als Sonny Pickens, Andreas Tobias als Cho-Cho, Linda Olsansky als Sissie und Stefan Merki als Sergeant | © SWR/Monika Maier

Ferdinand Dörfler als Sonny Pickens, Andreas Tobias als Cho-Cho, Linda Olsansky als Sissie und Stefan Merki als Sergeant
© SWR/Monika MaierFerdinand Dörfler als Sonny Pickens, Andreas Tobias als Cho-Cho, Linda Olsansky als Sissie und Stefan Merki als Sergeant
© SWR/Monika Maier



PRODUKTIONS- UND SENDEDATEN

Südwestrundfunk 2010


Erstsendung: 01.07.2010 | 56'38


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