ARD-Hörspieldatenbank

Hörspielbearbeitung



Max Frisch

Die chinesische Mauer


Vorlage: Die chinesische Mauer (Schauspiel)

Bearbeitung (Wort): Helene Schmoll

Komposition: Hans-Martin Majewski


Regie: Ludwig Cremer

Der schweizer Dichter Max Frisch treibt seinen Spaß mit dem Raum-Zeit-Begriff, indem er ihn spielerisch überwindet. Der Anachronismus, mit dem man früher nur komische Effekte bezweckte und erzielte, wird von Frisch zum tragischen Motiv erhoben. Es klingt wie eine halbe Entschuldigung, wenn der Dichter sein Stück eine "Farce" nennt, ein Stück also, das mehr ist, als es zu sein vorgibt. Es ist die dichterische Absage an die Gewalt, das Plädoyer für die Aufrichtung eines Reiches der Wahrheit, in dem es nicht länger mehr eine chinesische Mauer der Heuchelei, der Tyrannei und des beschränkten Dünkels gibt. Die Kernhandlung des Stückes spielt im Reich der Mitte vor dreitausend Jahren zu den Zeiten des Ersten Erhabenen Kaisers Tsi Sche Hwang Ti, genannt der Himmelssohn, der, ein geborener Wasserträger, sich usurpatorisch in dem Besitz der Macht gesetzt hat, die er mit Tyrannengewalt ausübt. Die Kräfte des Widerstandes gegen seine Herrschaft sind in der Gestalt des Dichters und Hofnarren Min Ko, das heißt: "Mund des Volkes", verkörpert, der zugleich dadurch, daß er das Spiel als moderner Erzähler und Reporter begleitet, die Raum- und Zeitlosigkeit der Problematik betont (s. Kindlers Literaturlexikon).

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Mitwirkende

SprecherRolle/Funktion
Michael KonstantinowMin Ko, ein junger Mann von heute
Paul DättelHwang Ti, Kaiser von China
Ortrud BechlerMee Lan, seine Tochter
Fritz Albrecht
Anne Andresen
Fritz Brand
Jürgen Brock
Curt Condé
Ferry Dittrich
Ingeborg Egholm
Heinz-Dieter Eppler
Edith Heerdegen
Kurt Junker
Mila Kopp
Karl Lange
Walter Laugwitz
Kurt Norgall
Uta Rücker
Otto Schlandt
Friedrich Schönfelder
Walter Thurau


 

Quellen zum Hörspiel - © DRA/Michael Friebel


PRODUKTIONS- UND SENDEDATEN

Süddeutscher Rundfunk

Erstsendung: 31.08.1949 | 59'00


In keiner ARD-Rundfunkanstalt verfügbar


Darstellung: