ARD-Hörspieldatenbank

Hörspielbearbeitung, Mundarthörspiel



Fritz Reuter

Dörchläuchting


Vorlage: Dörchläuchting (Erzählung)

Bearbeitung (Wort): Matthias Nuese


Regie: Walter Arthur Kreye

Dörchläuchting Adolf Friedrich IV. von Mecklenburg-Strelitz, der von 1753 bis 1794 regierte, war ein selbst für das 18. Jahrhundert recht ungewöhnliches Exemplar seiner Gattung. Beim Tode seines Vorgängers war er erst 15 Jahre alt und wurde wegen seiner Jugend als noch nicht reif zur Übernahme der Regierung erachtet, was jedoch, wie Fritz Reuter treffend bemerkt, eine große Dummheit war, weil Adolf Friedrich zeit seines Lebens niemals reifer geworden ist. Auf Antrag seiner Mutter wurde er dann doch sehr bald vom Reichshofrat in Wien für volljährig erklärt, so daß er schon in jungen Jahren seine Regierung antreten konnte. Adolf Friedrich hatte eine unüberwindliche Abneigung gegen jede Art von Arbeit und war von einer ständigen Angst vor Gespenstern und Hexen, vor Gewittern und vor allen Frauensleuten geplagt. Er ist auch Zeit seiner Regierung nie aus Geldnöten herausgekommen, was jedoch keineswegs auf verschwenderische Neigungen, sondern darauf zurückzuführen war, daß Mecklenburg während der friederizianischen Kriege von den Preußen weidlich ausgepowert worden war. Der einzige Luxus, den sich Dörchläuchting leistete, waren Pariser Kleider, die ihm sein Pariser Schneider allerdings nur gegen Barzahlung lieferte, was nicht wenig zur Perpetuierung der finanziellen Misere des herzoglichen Hofes beitrug. Die im Hörspiel behandelten Begebenheiten spielten sich in den 80er Jahren des 18. Jahrhunderts in der mecklenburgischen Stadt Neubrandenburg ab, die Dörchläuchting zu seiner zweiten Residenzstadt erhoben hatte.

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Mitwirkende

Sprecher
N. N.


 

Quellen zum Hörspiel - © DRA/Michael Friebel


PRODUKTIONS- UND SENDEDATEN

Radio Bremen 1950

Erstsendung: 20.11.1950 | 47'20


In keiner ARD-Rundfunkanstalt verfügbar


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