ARD-Hörspieldatenbank


Originalhörspiel



Werner Kofler

Unruhe


Technische Realisierung: Gerhard Wieser; Herta Schumlitsch

Regieassistenz: Claudia Luchesi


Regie: Robert Matejka

Die Jury der Deutschen Akademie der Darstellenden Künste wählte "Unruhe" zum "Hörspiel des Monats Februar 1997". In ihrer Begründung heißt es: "Ein nachts arbeitender Schriftsteller wird durch Schritte im Treppenhaus, Türenschlagen, Musikfetzen und Alltagsgeräusche aufgeschreckt. Überreizt befallen ihn Alpträume und Assoziationen, denn er pflegt das reale Leben zu thematisieren und die Schwächen seiner Mitmenschen auszuschlachten. Seine literarischen Figuren beleidigen nicht nur, sondern greifen auch in Schicksale ein. Er muß Rache fürchten. Alle Möglichkeiten spielt er durch - auch formal in der sprunghaft dahinhetzenden, immer wieder stockenden Sprache Koflers, die mit hart wiederholten Geräuschen und kontrastierenden Musikmotiven (Schubert und Brian Eno) verwoben ist. Koflers monologisches 24-Minuten-Stück macht auch technisch beeindruckend diffuse Ängste bewußt." Auch in diesem Hörspiel hat Werner Kofler alles "wahrheitsgemäß erstunken und erlogen". Dieses Vexierverhalten ist charakteristisch für das Werk dieses Autors und die es bevölkernden Zerr- und Schreckbilder. Diesmal schlägt ein Denunzierter vielleicht zurück, zumindest lauert irgendwo draußen ein Verspotteter - oder ist der Dunkelmann bereits im Haus? Ein "assoziatives Delirium" ist die Folge. . Kofler selbst schreibt über "Unruhe": "Das Hörspiel hat ein fragmentiertes Schadensinventar nach einer gegen den Autor verübten vielfältigen Straftat eines - nicht schriftlich (ZEICHEN), sondern faktisch (BEDEUTUNG) - VERSPOTTETEN zur Grundlage; da das Autoren-Ich aber in weitaus größerem Maße die Rache von bloß schriftlich, im Reich der Zeichen, Verspotteten, die Gleichsetzung von Zeichen und Bedeutung, das WIRKLICHWERDEN LITERARISCHER FIGUREN also zu fürchten hat, eskalieren die Befürchtungen, wer oder welche sich ins Haus geschlichen haben könnten, ins vollends Irrsinnige."

Werner Kofler, geboren am 23.7.1947 in Villach. Nach einer in den frühen 60er Jahren abgebrochenen Ausbildung an der Lehrerbildungsanstalt Klagenfurt jahrelang in Europa unterwegs und in verschiedensten Berufen tätig. Erste literarische Veröffentlichungen 1963. Seit 1968 freiberuflicher Schriftsteller. Zahlreiche Hörspiele, Buchveröffentlichungen und Preise.

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Mitwirkende

Sprecher
Paulus Manker


 


Quellen zum Hörspiel - © DRA/Michael Friebel


PRODUKTIONS- UND SENDEDATEN

Österreichischer Rundfunk / Hessischer Rundfunk 1997

Erstsendung: 28.01.1997 | 23'53


AUSZEICHNUNGEN

  • Hörspiel des Monats Februar 1997
  • Lobende Erwähnung beim PRIX EUROPA 1997

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