ARD-Hörspieldatenbank


Hörspielbearbeitung



Oliver Kluck

Der Hund des alten Mannes


Vorlage: Der Hund des alten Mannes (Theaterstück)

Dramaturgie: Andrea Oetzmann

Technische Realisierung: Benedikt Bitzenhofer; Andreas Völzing; Sonja Röder

Regieassistenz: Constanze Renner


Regie: Leonhard Koppelmann

»Warum nennen Sie sich Produzent, warum nicht Fabrikant? Ich jedenfalls halte Sie für einen großen Fabrikanten. Das massenhafte Fertigen. Es ist Ihnen wohl gar nicht aufgefallen? Gerade noch. Und Sturm. Und Drang. Ach was! Und dem Herrn Göthe ist es auch nicht aufgefallen. So sagte er zu Schleyer, Schleyer, so wollen wir niemals werden. Niemanden verachten wir so, wie wir diese Leute verachten. Diese Menschenschinder. Diese null und nichtigen Schwätzer. Diese Egoisten. Diese Größenwahnsinnigen. Diese Opportunisten. Diese Applausklatscher. Diese Massenbespaßer. Diese Verkäufer vieler Karten. Diese Produzenten am laufenden Band. Diese Lass uns doch heute Abend mal was Feines essen gehen. Diese Verräter der Jugend. Diese Verräter der Revolte. Diese Spitzenverdiener. Diese Frau und Kind Betrüger. Diese Assistenten Ficker. Diese Ausbeuter. Diese schlechten Künstler. Diese Konsenssucher. Diese Staatsdiener. Diese ganz gewöhnlichen Bürger. Diese anständig Verheirateten. Diese Nichtssager. Diese Ausgebrannten. Diese nach dem Mund Redner. Diese Menschen ohne Werte. Diese Theaterspieler. Diese Diener der Kultur. Diese Bewahrer des Guten. Diese guten Menschen. Diese Erfolgreichen. Diese alles richtig Macher. Diese Netzwerker. Diese Heimatlosen. Diese Untreuen. Diese Ängstlichen. Diese armen Menschen, die nichts anderes haben, als ihren lächerlichen Betrieb, ihre Fabriken, in denen unter der Aufbringung unvorstellbarer Opfer tatsächlich überhaupt nichts produziert wird.« Wie präsentiert sich eine erfolgreiche Unternehmensgeschichte? Es ist alles nur eine Frage des Marktes, der Vermarktung bzw. Selbstvermarktung. Die Automobilindustrie gibt bereitwillig Auskunft über ihre dunkle Geschichte, das große Erbe, ihr geheimes Begehren, über ihren hart erarbeiteten oder schwer verschuldeten Platz in der deutschen Kultur.

Oliver Kluck, geboren 1980 in Bergen auf Rügen, lebt als freier Schriftsteller in Berlin. Er erhielt zahlreiche Auszeichnungen, u.a. 2009 den Förderpreis für Junge Dramatik des Berliner Theatertreffens, 2010 den Kleist-Förderpreis für junge Dramatiker, 2011 den Literaturpreis des Kulturkreises der deutschen Wirtschaft in der Sparte Dramatik.

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Mitwirkende

SprecherRolle/Funktion
Andreas GrothgarStimme
Sonja AndersO-Ton Interview
John von DüffelO-Ton Interview
Thomas OberenderO-Ton Interview
Ulf SchmidtO-Ton Interview
Christina ZintlO-Ton Interview


Regisseur Leonhard Koppelmann | © SWR/Monika Maier

Regisseur Leonhard Koppelmann | © SWR/Monika Maier


Regisseur Leonhard Koppelmann
© SWR/Monika MaierRegisseur Leonhard Koppelmann
© SWR/Monika Maier



PRODUKTIONS- UND SENDEDATEN

Südwestrundfunk 2016

Erstsendung: 26.06.2016 | SWR2 | 58'54


REZENSIONEN

  • Christian Hörburger: Tanz der Eitelkeiten. In: Medienkorrespondenz, Nr. 14 vom 8.7.2016, S. 43.

Darstellung: