ARD-Hörspieldatenbank

Hörspielbearbeitung



Marguerite Duras

Der Liebhaber


Vorlage: Der Liebhaber (L'Amant) (Roman)

Sprache der Vorlage: französisch

Übersetzung: Ilma Rakusa

Bearbeitung (Wort): Kai Grehn

Komposition: Song Yuzhe


Regie: Kai Grehn

Bei der Betrachtung ihres gealterten und durch den Alkohol zerstörten Gesichts kehrt eine französische Schriftstellerin in Gedanken an den Ort ihrer Kindheit und Jugend zurück. Sie trifft ihn auf einer Fähre über den Mekong. Sie sind ein ungleiches Paar im Indochina der 1930er-Jahre: Er ein 27-jähriger Chinese aus reichem Elternhaus, sie eine 15-jährige französische Halbwaise, die mit ihrer Mutter und zwei Brüdern in einem einst herrschaftlichen Haus am Fluss lebt. Ein abgedunkeltes Zimmer oberhalb des geschäftigen Straßenlebens in Saigon wird der heimliche Zufluchtsort der Liebenden. Ihre sexuelle Erkundung ist ein rebellischer Aufschrei gegen die unumstößlichen Regeln der tropischen Kolonie und die erschütternden familiären Machtspiele. Duras‘ autobiografischer Roman wurde 1984 veröffentlicht, zu einem Zeitpunkt, als die Autorin 70 Jahre alt war und die beschriebenen Abläufe nicht nur mehr als ein halbes Jahrhundert in der Vergangenheit, sondern auch, von ihrem Pariser Schreibtisch aus, auf einem fernen Kontinent lagen. Die Erzählerin bleibt namenlos, in ihrer Selbstdarstellung wechselt sie zwischen der ersten und dritten Person; die Unbedingtheit der Liebesbeziehung wird in bildhaften und knappen, fast bruchstückhaften Textsequenzen eingefangen; verschiedene Erzählperspektiven und Zeitebenen werden miteinander verwoben. Für »Der Liebhaber« erhielt Duras 1984 den Prix Goncourt. Der internationale Bestseller, 1992 von Jean-Jacques Annaud verfilmt, erreichte eine Auflage von fast drei Millionen Exemplaren und wurde in 42 Sprachen übersetzt.

Marguerite Duras, geboren 1914 in Giadinh (Vietnam), studierte Jura, Staatswissenschaften und Mathematik. Im Zweiten Weltkrieg war sie Mitglied der Résistance, ihr Ehemann Robert Antelme wurde in ein deutsches Konzentrationslager deportiert. Nach dem Krieg arbeitete sie als Journalistin. Die Schriftstellerin und Regisseurin gilt als eine der Hauptvertreterinnen des Nouveau Roman (»Moderato Cantabile«, 1958). Duras schrieb zahlreiche Dramen und Drehbücher (»Hiroshima mon Amour«, 1959) und führte Regie u. a. in den Filmen »Zerstören, sagt sie« (1969) und »India Song« (1975). Weitere Romane: »Emily L.« (1987). Marguerite Duras starb 1996 in Paris.

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Mitwirkende

SprecherRolle/Funktion
Dagmar ManzelMarguerite Duras (alt)
Paula BeerMarguerite Duras (jung)
Alexander FehlingLiebhaber
Nina KunzendorfMutter


Dagmar Manzel spricht die Rolle der Autorin Marguerite Duras. | © SWR/Sandro Most

Dagmar Manzel spricht die Rolle der Autorin Marguerite Duras. | © SWR/Sandro Most

Dagmar Manzel spricht die Rolle der Autorin Marguerite Duras. | © SWR/Sandro Most
Regisseur Kai Grehn | © SWR/Sandro Most
Paula Beer spricht die Rolle der jungen Marguerite. | © SWR/Sandro Most

Paula Beer spricht die Rolle der jungen Marguerite.
© SWR/Sandro MostPaula Beer spricht die Rolle der jungen Marguerite.
© SWR/Sandro Most



PRODUKTIONS- UND SENDEDATEN

Südwestrundfunk 2016

Erstsendung: 23.10.2016 | SWR2 | 83'42


VERÖFFENTLICHUNGEN

  • CD-Edition: Hörbuch Hamburg 2017


AUSZEICHNUNGEN

  • Silver Radio Winner NewYorkFestivals 2018 (Kategorie "Best Audio Book – Fiction")


REZENSIONEN

  • Christian Deutschmann: Sein Heldentum, das bin doch ich. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 18.4.2017, S. 12 (zur CD-Edition).

Darstellung: