ARD-Hörspieldatenbank


Originalhörspiel, Ars acustica



Helmut Oehring, Clemens Brentano, Achim von Arnim, Heinrich Böll

Mit diesen Händen

Ein Stück voller Poesie und Schmutz

Hörstück auf die Wuppertaler Rede "Die Freiheit der Kunst" und andere Texte Heinrich Bölls


Bearbeitung (Wort): Stefanie Wördemann

Komposition: Helmut Oehring, Dagmar Manzel

Dramaturgie: Manfred Hess

Künstlerische Aufnahmeleitung: Torsten Ottersberg

Technische Realisierung: Torsten Ottersberg


Regie: Helmut Oehring


Realisation: Helmut Oehring

„Kunst muss also zu weit gehen, um herauszufinden, wie weit sie gehen darf, wie weit die ihr gelassene Freiheitsleine reicht.“ Zur Eröffnung 1966 des Wuppertaler Schauspielhauses hatte Heinrich Böll seine berühmte Rede „Die Freiheit der Kunst“ gehalten. 2013 war in Wuppertal Schluss damit. Das Schauspielhaus wurde geschlossen und steht heute noch als Ruine in der Friedrich-Engels-Geburtsstadt.

Wuppertal steht stellvertretend für einen politischen Anspruch künstlerischer Tätigkeit, der die Gesellschaft einen öffentlichen Raum geben soll – oder den sie ihr verweigert. Nicht nur das Theater als moralische Anstalt war in der Rede des Nobelpreisträgers Böll gemeint, es ging ihm um das Selbstverständnis jeglicher Kunst im Kontext gesellschaftspolitischer Fragestellung.

Zu Heinrich Bölls 100. Geburtstag 2017 komponierte und inszenierte Helmut Oehring im Auftrag der Oper Köln und des Ensemble Musikfabrik das Musiktheater „Kunst muss (zu weit gehen) oder Der Engel schwieg“ und nimmt nun erneut dessen „moralischen Imperativ“ als Ausgangspunkt für sein zweites Hörstück, das die Möglichkeiten und Grenzen politischer Kunst in musikdramatischer Sprache und im Radio als öffentlichem Aufführungsort thematisiert. Durch dieses dokupoetische Hörstück, das instrumentalvokale, chorische Passagen mit gesprochenen Redeabschnitten verwebt, wandert in den Songs Walter Benjamins „Engel der Geschichte“, den Heinrich Böll seit seinem frühesten, erst posthum veröffentlichten Roman „Der Engel schwieg“ in vielen späteren Gedichten beschwor.

Helmut Oehring, geboren 1961 in Ost-Berlin, lebt in der Märkischen Schweiz nahe Berlin. Als Kind gehörloser Eltern wurde er in der DDR als Wehrdienstverweigerer vom Studium ausgeschlossen, nach der Wende Meisterschüler der Kompositionsklasse von Georg Katzer an der Akademie der Künste zu Berlin, deren Mitglied er heute ist. Vielfach ausgezeichnet, zählt er zu den erfolgreichsten Komponisten und Regisseuren zeitgenössischer Musik und des Musiktheaters. Für den SWR realisierte er 2015 sein erstes Hörspiel »Mit anderen Augen«.

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Mitwirkende

Sprecher
Dagmar Manzel
Hannes Hellmann
Mia Carla Oehring
Joscha Oehring
Helmut Oehring
Lore Leydel
René Böll

Sonstige MitwirkendeFunktion
Stefanie WördemannTextfassung und Mitarbeit Konzeption

Musiker: Mathis Meyr (Cello)

 


 


Quellen zum Hörspiel - © DRA/Michael Friebel


PRODUKTIONS- UND SENDEDATEN

Helmut Oehring / Oper Köln / Ensemble Musikfabrik 2018

Erstsendung: 22.11.2018 | SWR2 | 55'52


Darstellung: