ARD-Hörspieldatenbank


Hörspielbearbeitung



Milena Michiko Flašar

Herr Kató spielt Familie


Vorlage: Herr Katō spielt Familie (Roman)

Bearbeitung (Wort): Judith Ruyters


Regie: Heike Tauch

Endlich Zeit. Er könnte nun das alte Radio reparieren oder die Plattensammlung ordnen. Den ehemaligen Kollegen hat er immer beneidet. Um den Ruhestand, das Motorrad und die neue Freiheit. Doch jetzt steht er selbst frisch verrentet auf den bemoosten Treppen vor seinem Haus und weiß nicht wohin. Eine Krawatte braucht er nicht mehr, zu Hause ist er im Weg, die Kinder sind längst ausgezogen. Ob die junge Frau, die er jüngst auf dem Friedhof getroffen hat, ihm nur etwas vormacht, vermag er nicht zu sagen. Er ist aus der Übung. Und dennoch nimmt er ihren Vorschlag an, lässt sich von ihrer Agentur »Happy family« mal als Opa, mal als Exmann, dann wieder als Vorgesetzter engagieren und trifft auf fremde Menschen und Schicksale. Herr Kató spielt Familie. Und er spielt seine Rollen gut; seine Frau bekommt von alledem nichts mit. Sie hat wieder angefangen zu tanzen. Milena Michiko Flasar erzählt eine Geschichte über Erinnerungen und unerfüllte Träume, über Glücksmomente und Wendepunkte und zeichnet ein ganz gewöhnliches, ganz einzigartiges Leben.

Milena Michiko Flasar, geboren 1980 in Sankt Pölten, hat in Wien und Berlin Komparatistik, Germanistik und Romanistik studiert. Sie ist die Tochter einer japanischen Mutter und eines österreichischen Vaters, lebt als Schriftstellerin in Wien und unterrichtet nebenbei Deutsch als Fremdsprache. Im November 2012 erhielt sie für ihren sehr erfolgreichen Roman "Ich nannte ihn Krawatte", der unter anderem 2012 auf der Longlist des Deutschen Buchpreises stand, den österreichischen Literaturpreis Alpha. In einer Bühnenbearbeitung wurde der Text im Mai 2013 am Berliner Maxim-Gorki-Theater uraufgeführt und ebenfalls als Hörspiel produziert.

A
A

Mitwirkende

Sprecher
N. N.


 


Quellen zum Hörspiel - © DRA/Michael Friebel


PRODUKTIONS- UND SENDEDATEN

Mitteldeutscher Rundfunk 2019

Erstsendung: 23.09.2019 | MDR KULTUR | ca. 55'00


Darstellung: