ARD-Hörspieldatenbank

Ars acustica


The Artist's Corner


Wolfgang Liebhart

Ludwigs Ohren


Redaktion: Stefan Fricke

1798 – Beethoven ist 28 Jahre alt – zeigen sich bei dem Komponisten erste Symptome einer beginnenden Schwerhörigkeit. Seine letzten Lebensjahre verbringt er in völliger Taubheit. Wenig später beschreibt Ludwig den Zustand seines Leidens: »mein Gehör ist seit drei Jahren immer schwächer geworden … meine Ohren, die sausen und brausen Tag und Nacht fort. Die hohen Töne von Instrumenten und Singstimmen höre ich nicht, wenn ich etwas weit weg bin, auch die Bläser im Orchester nicht. Manchmal auch hör ich den Redner, der leise spricht, wohl, aber die Worte nicht, und doch, sobald jemand schreit, ist es mir unausstehlich.« Von Suizidgedanken geplagt, zieht sich Beethoven mehr und mehr zurück; nur die Kunst hilft ihm zu überleben. Auch in seinem 1802 verfassten »Heiligenstädter Testament« thematisiert er sein Leiden und bittet den Arzt J. Adam Schmidt, er möge der Nachwelt die Krankheit beschreiben, »damit wenigstens soviel als möglich die Welt nach meinem Tode mit mir versöhnt werde«. Der Wiener Komponist Wolfgang Liebhart (* 1958) zeichnet in seinem radiophonen Stück Ludwigs Ohren – mithilfe ausgewählter Beethoven’scher Werke und aktueller elektroakustischer Technik – einen möglichen Stationenweg der zuneh-menden Ertaubung, eine spekulative Studie über das innere Hören, das zudem nach außen gekehrt eine eigenständige ästhetische Rezeptions-komposition konstituiert.

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Quellen zum Hörspiel - © DRA/Michael Friebel


PRODUKTIONS- UND SENDEDATEN

Hessischer Rundfunk 2020

Erstsendung: 18.01.2020 | hr2-kultur | 59'51


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