ARD-Hörspieldatenbank

Originalhörspiel


ARD-Woche #WieLeben


Eva-Maria Baumeister

Verschwindende Orte

oder: Was uns retten kann


Dramaturgie: Gerrit Booms

Technische Realisierung: Henning Schmitz


Regie: Eva-Maria Baumeister

Stimmen von der Abbruchkante des Tagebaus Im Rheinischen Braunkohlerevier fressen sich riesige Bagger durch die Landschaft. 21 Dörfer mit 1500 Jahren Geschichte fallen in ein 200 Meter tiefes Loch. Und was wissen wir darüber? Der Kampf um den Hambacher Forst ist medial präsent, die Aktivistinnen und Aktivisten teils laut und radikal. Aber Garzweiler II? Die Umsiedlungen und Enteignungen? Menschen, die 400 Jahre Familiengeschichte zurücklassen müssen? Eva-Maria Baumeister hat Fieldrecordings aus den Dörfern Keyenberg und Kuckum gesammelt, Interviews mit Umgesiedelten geführt und Aufnahmen im Tagebau gemacht. Ihr Hörspiel zeigt die verschiedenen Stufen eines jahrzehntelangen Protests und die schleichenden Auflösungserscheinungen im öffentlichen Leben. Und es fragt danach, wie lange persönliche Opfer für gesellschaftliche Großprojekte eigentlich legitimiert sind: Der Kohleausstieg ist per Gesetz beschlossen, müssen die Dörfer wirklich noch weichen? Man könnte fast meinen, die Menschen vor Ort waren uns allen schon immer egal, Hauptsache der Strom fließt. Braucht es immer erst die totale Krise, damit die bisher Ungehörten eine Stimme bekommen? „Das ist der letzte Akt. Wenn einem die Erde unter den Füßen weggebaggert wird. Wenn noch etwas da ist, wo man hingehen kann, wo Erde ist, wo man rumlaufen kann, auch wenn sonst nichts mehr steht, ist das ein ganz anderes Gefühl, als wenn da wirklich ein Loch ist.“ (Sabine Rosen, Umsiedlerin aus Borschemich-neu)

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Mitwirkende

Sprecher
Fiona Metscher

Sonstige MitwirkendeFunktion
N. N.Stimmen von bereits umgesiedelten und von der Umsiedlung bedrohten Menschen, mächtigen Menschen aus Politik und Wirtschaft - und riesengroßen Baggern


 

Quellen zum Hörspiel - © DRA/Michael Friebel


PRODUKTIONS- UND SENDEDATEN

Westdeutscher Rundfunk 2020

Erstsendung: 21.11.2020 | WDR 3 | ca. 53'00


Darstellung: