ARD-Hörspieldatenbank


Hörspiel



Frank Grützbach

Atlantis in den Hallen


Regie: Frank Grützbach

In einer großen Stadt steht eine alte geräumte Fabrik, die nur noch ihr Grundstück wert ist und nun abgerissen werden soll. Doch am Abend vor dem Abriß wird die Fabrik von mehreren hundert jungen Leuten besetzt. Der Behördenapparat reagiert sofort: Der Strom wird abgestellt, die Polizei verschafft sich geheimes Kartenmaterial über das Sanierungsgelände, Hundertschaften fahren auf, umstellen das Gebäude, warten vergeblich auf ihren Einsatz, oberservieren, filmen, während Parteipolitiker noch schwanken, welcher Seite ihre Sympathien gelten sollen und Abrißunternehmer um ihre Pfründe fürchten. Das Geschehen ist geprägt von Unsicherheit, gleicht einem Chaos, das zu durchschauen unmöglich scheint. Diesem Zustand entspricht die dramaturgische Form, die der Autor für sein Hörspiel gefunden hat: Sämtliche Dialoge bestehen aus Telefonaten und Funksprüchen in raschem Wechsel. Sichtbar werden die unterschiedlichen Interessenlagen, alle Beteiligten wittern Geld oder Macht oder die Chance auf Bestätigung. Einige Figuren werden deutlich in ihren Charakteren und in ihrem Handeln verfolgt, andere bleiben Protagonisten in einem dubiosen Machtspiel, das keiner beherrscht und doch vielen zum Nachteil wird. Die anschließende Diskussion wird die Frage nach der Besetzung als Mittel der politischen Auseinandersetzung aufwerfen und vor allem auf das Geschehen um die Stollwerk-Fabrik in Köln eingehen, das als Vorbild für dieses Hörspiel gelten kann.

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Mitwirkende

Sprecher
Curt Bock
Clemens Böll
Victor Böll
Ludwig Brundiers
Werner Gaus
Lutz Göhnermeier
Simone Gonschior
Jens Hagen
Nina Hellenkenper
Rolf Henke
Karl-Heinz Hillebrand
Michael Kahlenborn
Johann M. Kamps
Klaus Klenke
Christian Korp
Hansjoachim Krietsch
Mechthild Kromer
Hans Künster
Gerd Mayen, u.v.a. Aggi Kurnoth


 


Hörspiel aktuell


PRODUKTIONS- UND SENDEDATEN

Westdeutscher Rundfunk 1981


Erstsendung: 19.05.1981 | 56'20


Darstellung: