ARD-Hörspieldatenbank


Feature


Studio Akustische Kunst. Ars Multilingua


Klaus Schöning

Ars Multilingua. Ein Streifzug durch die Mehrsprachigkeit der akustischen Kunst


Regie: Klaus Schöning

Das Phänomen der Mehrsprachigkeit findet sich in zahlreichen Werken der experimentellen Literatur, der Neuen Musik und der akustischen Kunst dieses Jahrhunderts. Im Bereich der geschriebenen Literatur tendieren diese Werke nicht nur dazu, gelesen, sondern auch gehört zu werden. James Joyce spricht vom "Soundsense", vom Klangsinn seines vielsprachigen "Finnegans Wake", das John Cage in seinem Hörstück "Roaratorio" zum Klingen bringt. Dichtungen von Ezra Pound sind, wie Klaus Reichert bemerkt, "den Gesetzen des Ohres näher als dem Metrum der Verse". Und Hans G. Helms ließ in der Publikation seines "Fa:m'Ahniesgwow" den polyglotten Text übergehen ins gesprochene Wort auf einer beigelegten Schallplatte. Produktive Querverbindungen finden sich zwischen einer "Ars Multilingua" und der Lautpoesie, der Poésie sonore und der Sound Poetry von Christian Morgenstern, Velimir Chlebnikov über Kurt Schwitters, Raoul Hausmann und Henri Chopin bis zu Gerhard Rühm, Oskar Pastior und Ernst Jandl. Begegnungen der Sprachen finden sich auch in den Werken von Komponisten wie John Cage, Luciano Berio, Bernd Alois Zimmermann, Hans Otte. Das literarische Hörspiel partizipiert an diesen Entwicklungen mit der "Synchronisation" einiger fremdsprachiger Produktionen. Seit den siebziger Jahren bildet das Studio Akustische Kunst ein Laboratorium u.a. auch für die "Ars Multilingua". Internationale Künstler aus den verschiedensten Bereichen haben hier bisher über 50 entsprechende Hörstücke realisiert. In einem "Streifzug durch die Mehrsprachigkeit der akustischen Kunst" skizziert Klaus Schöning in seiner Sendung diese Entwicklungen und zitiert dabei in Ausschnitten auch einige der Werke, die in der elfteiligen Reihe "Ars Multilingua" des Studios Akustische Kunst von Januar bis März 1994 zu hören waren.

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Mitwirkende

 


Hörspiel aktuell


PRODUKTIONS- UND SENDEDATEN

Westdeutscher Rundfunk 1993


Erstsendung: 04.01.1994 | 55'50


Darstellung: