ARD-Hörspieldatenbank


Originalhörspiel, Mundarthörspiel



Walter Arthur Kreye

... un de Wind weiht vergeevs!

Ein Spiel auf der Scheide zwischen gestern und morgen


Sprache des Hörspiels: niederdeutsch


Regie: Günter Siebert

Ungehindert kann seit etlichen Zeiten der Wind über die flachen Weiten der norddeutschen Tiefebene hinwehen. Die Wälder, die Bäume, Häuser und Zäune sind ihm liebes Spielzeug, an denen er seine Kraft versucht. Sein schönstes Spielzeug aber schenkten ihm die Menschen, als sie anfingen, Windmühlen zu bauen. Die ragenden Flügel rundum zu treiben, bis sie ächzten und sich bogen, - Schöneres hätte sich der Wind nicht denken können. Lange Zeit trieb er dieses Spiel, nicht wissend, dass er damit zugleich eine Arbeit verrichtete, die den Menschen allein zu schwer, zu mühselig geworden wäre. Er mahlte ihnen das Korn zu weißem Mehl, und sie backten Brot daraus und wurden satt. Die Windmüller wurden reich, und die Mühle wurde mancherorts zum Mittelpunkt dörflichen Lebens. Aber dann kam eine Zeit ins Land, die ließ eine Mühle nach der anderen verfallen, die Flügel zerbrachen, und unförmig ragten die Stümpfe der Mühlen gegen den hohen Himmel. Die Dampfmaschine, der elektrische Strom waren erfunden worden. Dampfmühlen, elektrische Mühlen arbeiteten schneller, rationeller, und - das vor allem - sie mahlten zu jeder Zeit, unabhängig davon, ob der Wind wehte oder nicht.

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Mitwirkende

 


Hörspiel aktuell


PRODUKTIONS- UND SENDEDATEN

Radio Bremen / Norddeutscher Rundfunk


Erstsendung: 07.04.1958 | 54'40


Darstellung: