ARD-Hörspieldatenbank


Ars acustica


Internationale digitale Radiokunst


Nicola Sani

Adagio Moss


Realisation: Holger König

1996 hatte Nicola Sani, fasziniert von der Ausdruckskraft des amerikanischen Sängers und Schlagzeugers David Moss die erste Idee für eine Komposition mit und für das "Instrument" Moss. Es ging ihm um eine neue Art der Performance-Komposition. Die Produktion begann im Februar 1998. Nicola Sani hat zunächst das kompositorische Muster festgelegt und danach mit David Moss die einzelnen Instrumental- und Vokalklänge im SFB-Hörspielstudio aufgenommen. Diese Materialien hat er mit digitalen Systemen elektroakustisch aufbereitet und gleichsam als Zuspielband für eine zweite kontrapunktartige Aufnahme mit David Moss verwendet. Und daraus entstand dann im SFB-Digitalstudio die endgültige Version. "Adagio Moss" hat ein Präludium und eine vierteilige Grundstruktur, in der die verschiedenen Percussionsinstrumente nacheinander wie in einem Szenario auftreten. Jeder dieser vier Abschnitte hat eine eigene klangfarbliche Textur, in der die Stimme Instrumentalklänge aufnimmt und sich in die Tonfolgen einfügt. Bisweilen entsteht aus diesem Zusammenspiel eine ganz eigene Melodie, in der Art von Erinnerungsfragmenten.

Nicola Sani, geboren 1961 in Ferrara, studierte in Rom bei Domenico Guaccero Komposition, bei Giorgio Nottoli elektronische Musik und besuchte die Kompositionskurse von Karlheinz Stockhausen in Köln. Er schreibt vor allem musikdramatische Werke, Instrumental- und elektroakustische Musik und arbeitet an multimedialen Klanginstallationen. 1990 hat er mit seiner Videokomposition "Footprint" (produziert zusammen mit Mario Sasso) den Prix Ars Electronica in Linz gewonnen, 1994 hat er von der Prix Italia Jury eine "special mention" für seine Oper "Frammenti sull Apocalisse" erhalten, 1998 war er italienischer Staatsstipendiat in Berlin (Erato-Preis 1997).

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Mitwirkende

Sprecher
David Moss
Originalton-Collage


 


Hörspiel aktuell


PRODUKTIONS- UND SENDEDATEN

Sender Freies Berlin / Ostdeutscher Rundfunk Brandenburg 1998


Erstsendung: 03.11.1998 | 27'10


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