ARD-Hörspieldatenbank


Essay



Matthias Knappe

50 Jahre Hörspiel im BR (10. Teil: 1994-1998/99)


Regie: Bernhard Jugel

1996 reagiert die Hörspielabteilung im Bayerischen Rundfunk auf die allgemeine Vernetzung der Medien und der Künste. Sie benennt sich um und heißt seitdem 'Hörspiel und Medienkunst'. Die Ursendung eines Hörspiels muß mittlerweile nicht mehr den Endpunkt eines Arbeitsprozesses darstellen, sondern kann eine Zwischenstation innerhalb einer medienübergreifenden Konzeption und Wirkungsgeschichte sein, die die historische Verbindung Theater - Hörspiel in den Schatten stellt. Vier Beispiele: Der in Tel Aviv geborene und in Brüssel lebende Künstler Eran Schaerf entwickelt sein Hörstück 'Wie gesagt. Theater- oder Taxistück' im Kontext einer Ausstellung seines bildnerischen Werks im Kunstverein München. Hartmut Geerken realisiert das zweiteilige und mittels Internet interaktive Medienspiel 'null sonne no point' als Live-Performance im Bayerischen Staatsschauspiel/Marstall, das zeitgleich zur Ursendung in Bayern2Radio kommt. Romuald Karmakar produziert 'Das Warheads-Oratorium', zu dem Kalle Laar und G. Ess Zeitblom die kongeniale Musik schreiben, und das auf seinem Dokumentarfilm über einen deutschen Fremdenlegionär und einen britischen Söldner beruht. Andreas Ammer und FM Einheit führen im Bayerischen Staatsschauspiel/Marstall das Hörspiel 'Apocalypse live' auf, das zwei Monate später als Ursendung im Programm steht. Das Stück erhält den Hörspielpreis der Kriegsblinden für 1994. Die Juroren würdigen in der Begründung die Voraufführung und damit die Vernetzung der Medien. Die aktive Auseinandersetzung und gegenseitige Befruchtung des Hörspiels mit anderen Künsten findet ihr jüngstes Beispiel bei der 'intermedium 1', die im November in der Berliner Akademie der Künste veranstaltet wird.

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Mitwirkende

Sprecher
Beate Himmelstoß
Gert Heidenreich
Joachim Höppner


 


Hörspiel aktuell


PRODUKTIONS- UND SENDEDATEN

Bayerischer Rundfunk 1999


Erstsendung: 18.10.1999 | 53'08


Darstellung: