ARD-Hörspieldatenbank


Originalhörspiel



Günter Kunert

Am Sexophon: Esmeralda


Regie: Walter Niklaus

Gewiss, seine guten Jahre liegen hinter ihm. Statt Marketingstrategien zu entwickeln und Werbeslogans zu ersinnen, darf sich Friedrich Thomas mal gerade noch im Archiv der Firma, Kellergeschoss, sein Gnadenbrot verdienen. Deshalb freut er sich natürlich, als ihm Herr Dr. Dallwitz ein wichtiges Telefonat anvertraut, und wundert sich auch ein bisschen über die - ein wenig seltsame - Nummer, die er in die Hand gedrückt bekommt. Als sich allerdings anstelle der Sekretärin von Direktor Müller-Zumsee eine Dame namens Esmeralda meldet, ihm wiederholt versichert, "schon ganz heiß" zu sein und hartnäckig darauf besteht, ihm jeden Wunsch zu erfüllen, wundert er sich doch. Und nicht schlecht! Denn was er da zu hören kriegt, bringt selbst seine sonst arg zusammengedrückte Phantasie zum Erblühen. Ja, je länger sie sich in derart unerlaubte (leider nachweislich wenig kostengünstige) Privatgespräche verstricken lässt, je mehr wirkt die ganze staubgraue Altlast von nachgerade jugendlichem Leichtsinn erfüllt ... Soll ihn dieser Herr Dr. Dallwitz doch auf die Straße setzen! Sein Aufnahmegerät, das er, gebranntes Kind, das er ist, bei jedem Gespräch mitlaufen lässt, liefert er ihm deswegen noch lange nicht aus. Auch wenn es diesmal, versehentlich, ein Gespräch des Herrn Dr. Dallwitz mitgeschnitten hat. Ein - Privatgespräch.

Günter Kunert, geboren 1929 in Berlin, veröffentlichte neben zahlreichen Gedicht-, Prosa- und Essaybänden sowie der Autobiographie "Erwachsenenspiele" seit den 70er Jahren ein reichliches Dutzend Hörspiele. Zuletzt schrieb er "Ostragon und Wessimir" (MDR/ORB 1993) und "Fantasien über das Verbrechen" (MDR 1994).

A
A

Mitwirkende

 


Hörspiel aktuell


PRODUKTIONS- UND SENDEDATEN

Mitteldeutscher Rundfunk 2001


Erstsendung: 28.04.2001 | 46'50


Kassetten-Edition: HörZeichen 2001


Darstellung: