ARD-Hörspieldatenbank


Originalhörspiel



Hubert Wiedfeld

Canal du midi


Bearbeitung (Musik): Peter Dicke

Dramaturgie: Peter Liermann

Regie: Norbert Schaeffer

Ein alljährlich sich wiederholendes Ritual: Madame Rose, alternde Aktrice und Diva von Gottes Gnaden ("seit Stummfilmtagen ein Gesicht aus schwarzen Augenkreisen"), bittet in die Provence zur Fahrt auf der MS "Canal du Midi". Mit an Deck ihre getreuen Verehrer, Leibeigene und Kampfhunde, Commodore Schreyvogel, der Banquier Dudweiler und Kammersänger Osiander, der Chor der Freier. Ein Trio infernal, gerade gut genug, um Madame ein wenig zu unterhalten. Die "Kreuzfahrt" auf dem Kanal du Midi gerät zu einer ebenso phantastischen wie abenteuerlichen Reise, nicht nur die vielen Schleusen sind zu überwinden, der marode Kahn wird auch noch geentert: den Counterpart gibt Florence Lafleur, Regisseuse, mitsamt ihrer Crew der Lichtspielkunst. Sie, die gute Fee und Königin der (Programm-)Filmkunst, "europäisch, cool und feministisch", will mit Madame Rose einen Film drehen, aber will auch Madame? Das grandiose Bild des mediterranen Südens verschmilzt mit dem der Piazza San Gaetano in Neapel; doch in Neapel ist es bitterkalt, sind wir nicht schon längst auf dem kleinen Platz vor dem Leidenskloster in Moskau? Nicht nur die Schauplätze wechseln flott, auch die Zeit macht rasante Sprünge: Napoleon, Lenin und der Zweite Weltkrieg sind alle gleichermaßen Gefährten in diesem furiosen Szenario. Welcher Film wird hier eigentlich gedreht, und vor allem, wer hält die verschwenderisch wuchernden Fäden dieser Inszenierung in der Hand? Klar ist nur, Madame Rose geht nicht über Board.

Hubert Wiedfeld, 1937 in Braunschweig geboren, studierte Psychologie und Germanistik und schreibt seit beinahe vierzig Jahren fast ausschließlich fürs Radio. Er hat zahlreiche Hörspiele verfasst und ist dafür mehrfach ausgezeichnet worden. "Canal du Midi" ist der erste Teil seiner Radiotrilogie "Wohlwills Erbschaft". Er lebt heute in Hamburg.

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Mitwirkende

 


Hörspiel aktuell


PRODUKTIONS- UND SENDEDATEN

Hessischer Rundfunk / Westdeutscher Rundfunk 2005


Erstsendung: 21.12.2005 | 85'56


REZENSIONEN

Christian Deutschmann: Frankfurter Allgemeine Zeitung. 21.12.2005. S. 36. - Stefan Fischer: Süddeutsche Zeitung. 21.12.2005. S. 15. - Norbert Schachtsiek-Freitag: Funk-Korrespondenz. 54. Jahrgang. Nr. 2. 13.01.2006. S. 35. - Eva-Maria Lenz: epd medien. Nr. 2. 11.01.2006. S. 24f.


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