ARD-Hörspieldatenbank


Originalhörspiel



Charlotte Knothe

75 Meilen Grenze


Komposition: Viktor Marek, Ronnie Henseler, Schorsch Kamerun

Regie: Charlotte Knothe

Wo ist dieser Typ hin? Alessandro, einfach verschwunden. Aber es kann nicht sein, dass er in der Wüste verreckt ist wie all die anderen, die mit zwei Flaschen Wasser loslaufen und glauben, so die Sonne zu besiegen! Alles Trottel. Wie könnten sie sonst so naiv hinter diesen miesen Schleppern herlaufen, den Coyoten, die sie illegal durch die Wüste in die USA bringen, in das Land ihrer Träume? Es ist ein absoluter Albtraum - das wird Paul aus Berlin bei seiner Suche nach dem Freund schnell klar. Hier in Altar, einem verstaubten mexikanischen Grenzort, würde sogar der Pastor den Migranten gerne Waffen geben: Gegen die Schlangen, Räuber, Vergewaltiger, die schon in der Wüste warten. Auch die "Minutemen" muss man sich vom Leib halten, die schmierigen Cowboys, die jenseits der Grenze mit Nachtsichtgeräten auf "Beute" lauern. Und dann taucht dieser schwarze, bewaffnete Typ zwischen den riesigen Kakteen auf: Ed Keeylocko, ein selbst ernannter Priester mit Cowboyhut. Sein "Blue Dog Saloon" steht mitten im Niemandsland. Wer hierher findet, ist der Hölle erstmal entkommen. Am Tresen schlürfen Migranten mit verbrannten Gesichtern und aufgeplatzten Lippen ihre Coke. Hat dieser Ed vielleicht Alessandro gesehen? Dem Hörspiel liegen Interviews und O-Töne zugrunde, die die Autorin an der mexikanischen Grenze mit Rettern, Jägern und Gejagten aufgenommen hat.

Charlotte Knothe studierte an der Hochschule für Bildende Künste in Hamburg. Als Radiojournalistin arbeitet sie vorwiegend im Ausland. Letzte Stationen waren Rumänien und das Grenzgebiet in Arizona zwischen USA und Mexiko. Zurzeit arbeitet sie in Argentinien an einem neuen Hörspiel.

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Mitwirkende

 


Hörspiel aktuell


PRODUKTIONS- UND SENDEDATEN

Westdeutscher Rundfunk 2008


Erstsendung: 06.05.2008 | 50'22


REZENSIONEN

Jochen Meißner: Funk-Korrespondenz. Nr. 19/20. 09.05.2008. S. 39


Darstellung: