ARD-Hörspieldatenbank


Hörspielbearbeitung



Juli Zeh

Adler und Engel


Vorlage: Adler und Engel (Roman)

Bearbeitung (Wort): Stefan Kanis

Komposition: Julia Hummer

Dramaturgie: Thomas Fritz

Regie: Stefan Kanis

Jessie ist tot. Sie hat sich erschossen, als sie mit Max telephonierte. Zu Schulzeiten der geborene Versager, picklig und übergewichtig, hat Max aus sich selbst das Projekt seines Lebens gemacht: einen Karrierejuristen. Innerhalb von zehn Jahren hat er sich hochgearbeitet, aus eigener Kraft, wie er glaubte. Zu Rufus nach Wien, auf den Olymp des Völkerrechts, von wo aus die Staatengemeinschaft aussieht wie ein paar Kinder, die sich gegenseitig Sand in die Augen werfen. Aber dann ist Jessie wieder aufgetaucht, und mit ihr das einzige echte Gefühl in Max' Leben: die bodenlose Liebe zu der kindlich-verrückten Tochter eines millionenschweren Drogenhändlers. Als Jessie stirbt, schmeißt Max seinen Job. Er sitzt in Leipzig und beschließt, den Rest seiner Lebenszeit nach der Menge an Kokain zu bemessen, die er sich noch kaufen kann. Max ist am Ende. In Rückblenden entfaltet sich so das private Drama von Jessie und Max, das sich als Teil einer viel größeren, politischen Tragödie erweist: Jessie ist in internationale Drogengeschäfte verwickelt, mit denen große Teile des Krieges auf dem Balkan finanziert werden. Ihre seltsame Liebe ist ein Produkt jenes zynischen Miteinanders von Bürgerkriegshelden, Völkermördern, Drogenhändlern und UNO-Politikern, die Schreckliches zulassen, um noch Schrecklicheres zu verhindern. Und auch Max muss erkennen, dass er als EU-Osterweiterungsexperte im Dienst des organisierten Verbrechens stand.

Juli Zeh, geboren 1974 in Bonn, studierte Jura sowie Literatur am Deutschen Literatur-Institut in Leipzig. Seit 2003 ist sie Volljuristin und Doktorandin der Rechtswissenschaft an der Universität Saarbrücken. Sie schrieb die Romane "Adler und Engel" (2001) und "Spieltrieb" (2004). "Doppel-Kopf" (SWR 2005) war ihr Hörspieldebut.

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Mitwirkende

 


Hörspiel aktuell


PRODUKTIONS- UND SENDEDATEN

Mitteldeutscher Rundfunk 2006


Erstsendung: 22.08.2006 | 70'52


REZENSIONEN

Stefan Kanis: Triangel. Das Kulturmagazin von MDR Figaro. 11. Jahrgang. Nr. 8. 2006. S. 24-27.


Darstellung: