ARD-Hörspieldatenbank

Hörspielbearbeitung


Armenien und der Orient


Franz Werfel

Die vierzig Tage des Musa Dagh (1. Teil: Das Nahende und Die Kämpfe der Schwachen)


Vorlage: Die vierzig Tage des Musa Dagh (Roman)

Bearbeitung (Wort): Kai Grehn

Komposition: Araik Bartikian, David Kuckhermann

Regie: Kai Grehn

In einer Nachbemerkung schreibt Werfel in der Erstausgabe seines Romans: »Dieses Werk wurde im März des Jahres 1929 bei einem Aufenthalt in Damaskus entworfen. Das Jammerbild verstümmelter und verhungerter Flüchtlingskinder, die in einer Teppichfabrik arbeiteten, gab den entscheidenden Anstoß, das unfassbare Schicksal des armenischen Volkes dem Totenreich alles Geschehenen zu entreißen.« Gabriel Bagradian kehrt nach 23 Jahren, die er in Paris verlebt hat, in seine armenische Heimat am Fuße des Musa Dagh zurück. Der Besuch in Yoghonoluk soll nur kurze Zeit in Anspruch nehmen, doch noch während sich Gabriel mit Frau und Kind in Armenien aufhält, bricht der Erste Weltkrieg aus. Die Familie sitzt fest. Gabriel wird in die vom Osmanischen Reich verhängte Verschickung der armenischen Minderheit verwickelt. Doch statt sich wie die meisten seiner Leidensgenossen in das schreckliche Schicksal der Deportation zu fügen, setzt Gabriel alles auf eine Karte: Auf dem Musa Dagh sucht er mit 5.000 Armeniern Zuflucht vor Verfolgung, Verschleppung und Ausrottung durch die Türken. Sein verzweifelter Triumph heißt erbitterter Widerstand, koste es, was es wolle. Werfel unternahm intensive historische Forschungen, um seinem 1933 erschienenen Roman einen bis in die Einzelheiten authentischen Hintergrund geben zu können. Bemerkenswert ist seine differenzierte Darstellung der Berg-Gemeinschaft mit ihrer Ordnung und Anarchie, Herrschaft und Opposition, ihrem Heldenmut und ihrem Verbrechertum.

Franz Werfel (1890–1945), geboren in Prag, verließ 1912 seine Heimatstadt und arbeitete als Lektor im Leipziger Kurt Wolff Verlag. Während des Ersten Weltkrieges war er Soldat. In den 20er und 30er Jahren avancierte Werfel zu einem der meistgelesenen deutschsprachigen Autoren. 1938 emigrierte er nach Frankreich, 1940 über Spanien in die USA. Er starb in Beverly Hills. »Die vierzig Tage des Musa Dagh« erschien 1933 in Wien und Berlin und wurde in Deutschland zwei Monate später verboten.

A
A

Mitwirkende

SprecherRolle/Funktion
Alexander FehlingGabriel Bagradian
Vincent LeittersdorfTer Haigasun
Stefan VieringKrikor
Christian GrashofAram Tomasian
Sebastian BlombergErzähler
Josef OstendorfJohannes Lepsius
Valery TscheplanowaJuliette Bagradian
Robert GallinowskiEnver Pascha
Peter KurthThomas Kebussjan
Edgar M. BöhlkeAgha Rifaat
Lukas RüppelSamuel Awakian
Isaak DentlerDeserteur/Harutiun Nokhudian
Nico EleftheriadisMüdir/Hrand/Oskanian
Horst HildebrandAli Nassif
Thomas HuberAli Risa Bey/Hauptmann
Torben KesslerJüs-Baschi
Oliver KraushaarBrisson/Talaat
Florian KroopStephan Bagradian
Andreas LeupoldKaimakam
Sebastian MirowZugoffizier
David RottGonzague Maris
Andreas Helgi SchmidHaik
Berthold ToetzkeBimbaschi
Stefan VieringKrikor

Vokalist: Meline Popovian

 


Alexander Fehling in der Rolle des Gabriel Bagradian (r.) und Stefan Viering als Krikor | © SWR/Peter A. Schmidt

Alexander Fehling in der Rolle des Gabriel Bagradian (r.) und Stefan Viering als Krikor | © SWR/Peter A. Schmidt

Alexander Fehling in der Rolle des Gabriel Bagradian (r.) und Stefan Viering als Krikor | © SWR/Peter A. Schmidt
Christian Grashof spricht die Rolle des Aram Tomasian | © SWR/Peter A. Schmidt
Vincent Leittersdorf in der Rolle des Ter Haigasun | © SWR/Peter A. Schmidt
Alexander Fehling als Gabriel Bagradian (r.) und Stefan Viering als Krikor | © SWR/Peter A. Schmidt

Alexander Fehling als Gabriel Bagradian (r.) und Stefan Viering als Krikor
© SWR/Peter A. SchmidtAlexander Fehling als Gabriel Bagradian (r.) und Stefan Viering als Krikor
© SWR/Peter A. Schmidt



PRODUKTIONS- UND SENDEDATEN

Südwestrundfunk / Norddeutscher Rundfunk / Hessischer Rundfunk 2015


Erstsendung: 05.04.2015 | SWR2 | 88'01


CD-Edition: Der Hörverlag 2015


REZENSIONEN

Angela di Ciriaco-Sussdorff: Klagelied über die Verfolgung des armenischen Volkes. In: Medienkorrespondenz 8/2015 vom 17.04.2015, S. 32.


Darstellung: