ARD-Hörspieldatenbank


Originalhörspiel



Matthias Kapohl

Cyberchonder

Der eingebildete Kranke des 21. Jahrhunderts


Komposition: Andreas Hornschuh, Matthias Hornschuh

Regie: Matthias Kapohl

Frank Mol, technischer Redakteur des Pharmaunternehmens "Beeep", beschäftigt sich tagtäglich mit Texten, die sonst kaum jemand liest: mit Beipackzetteln. Und er hat durchaus Spaß dabei: Er sammelt die irrsinnigsten Stilblüten und phantastischsten Nebenwirkungen, die er in den Packungsbeilagen finden kann. Ein unterhaltsamer Job. Doch Frank Mol ist krank. Er weiß es genau. Die Symptome sind eindeutig. Nicht nur die Beipackzettel geben ihm Recht, auch die Recherchen in Medizinportalen und Selbsthilfe-Blogs bestätigen seine schlimmsten Befürchtungen. Wie gut, dass es die verschiedenen Hustenarten als mp3 gibt! Und Bilder und Beschreibungen von absolut allen Krankheiten dieser Welt. Das medizinische Know-how der Internet-Community scheint deutlich größer zu sein als das seiner Ärzte, denn die glauben ihm nicht. Diagnose: Psychosomatisch. Nächster Arzt. Von der Internet-Recherche führt der Weg über Ärztehopping und Münchhausen-Syndrom zum Cyberchonder, dem (ein-)gebildeten Kranken des 21. Jahrhunderts. Aber Frank Mol ist krank. Wirklich.

Matthias Kapohl, Jahrgang 1972, studierte Film, Theater und Literatur in Köln. Sein Hörspieldebüt als Bearbeiter und Regisseur von "Vincent" nach dem Roman von Joey Goebel (WDR 2008) wurde Hörspiel des Monats März 2008. Das Manuskript zu "Cyberchonder" wurde von der Filmstiftung Nordrhein-Westfalen mit einem Autorenstipendium gefördert.

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Mitwirkende

 


Hörspiel aktuell


PRODUKTIONS- UND SENDEDATEN

Westdeutscher Rundfunk 2009


Erstsendung: 09.06.2009 | 52'55


REZENSIONEN

Andreas Matzdorf: Funk-Korrespondenz. Nr. 25. 19.06.2009. S. 26f. | Stefan Fischer: Schweißgebadet. Hörspiel über eingebildete Kranke und Diagnosen aus dem Internet. In: Süddeutsche Zeitung, 09.06.2009, S.15


Darstellung: