ARD-Hörspieldatenbank

Originalhörspiel



Matthias Scheliga

Schnecks Heimweg


Dramaturgie: Gabriele Bigott

Regie: Barbara Plensat

Ein kirchliches Wohnheim für ledige junge Männer. Doch jung sind die Insassen wohl eher nicht. Aber hier leben sie, wie man eben in geschlossenen Anstalten und geschlossenen Gesellschaften lebt. Geschützt und beschützt. Hier dürfen sie, die anderswo Gescheiterten, die Welt oder was sie dafür halten oder halten sollen, im Sandkasten zusammen mantschen. Mit erbarmungsloser Güte angeleitet von der Oberin. Da kann der General Krieg spielen, der Künstler räsonieren, der Hundehalter sich eingraben, der Zwillingsforscher darf die Wasserzufuhr regeln und Schneck mit seinen Förmchen kleine Teile backen, während ihn Antoinette umflattert. Leben wie in einer Endlosschleife. Bis bei einer Routineuntersuchung festgestellt wird, dass Schneck Metastasen im Kopf hat. Schnecks naher Tod bringt Bewegung in die immer gleichen Abläufe. Zwar hat er keinen Platz mehr für seine Gedanken, zumal er seine Schneckengehäuse, in die er bisher hineindachte, aus Panik zerstört hat. Doch alle vertrauen sich ihm jetzt an, offenbaren ihm ihre Geheimnisse und Ängste. Und erst als sich erweist, dass die Fäden hierzu nicht das Schicksal, sondern die gottgerechte Oberin in der Hand hielt, eskaliert die Situation.

Matthias Scheliga, geboren 1969 in Brandenburg, studierte Kunst und Germanistik und ist seit 1994 als freier Journalist, Literat und Künstler tätig. Neben seiner Arbeit an soziokulturellen Projekten war er Mitbegründer der Künstlergruppe "BergWerk", für die er seit 1998 verstärkt arbeitet (besonders Kunst im öffentlichen Raum). Er lebt seit 2000 in Berlin. "Schnecks Heimweg" ist sein Hörspiel-Debüt.

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Mitwirkende

SprecherRolle/Funktion
Karin GregorekOberin
Christian BerkelAntoinette
Peter GroegerKünstler
Ulrich MatthesSchneck
Jürgen HoltzGeneral
Winfried GlatzederZwillingsforscher
Jörg-Michael KoerblHundehalter
Winfried WagnerOnkologe/Lupus
Volkmar KleinertPförtner


 

Hörspiel aktuell


PRODUKTIONS- UND SENDEDATEN

Sender Freies Berlin / Ostdeutscher Rundfunk Brandenburg 2001


Erstsendung: 01.01.2002 | 54'22


AUSZEICHNUNGEN

1. Preis ORB-Hörspielwettbewerb "Höhenflüge und Abstürze" 2001


REZENSIONEN

Barbara Plensat: In: RADIOkultur. Nr. 1. Januar 2002. S. 6.


Darstellung: