ARD-Hörspieldatenbank


Originalhörspiel



Günter Eich

Träume (Neuinszenierung)


- Traum 1 - Traum 2 - Traum 3 - Traum 4 - Traum 5


Komposition: Jo Ambros, Philipp Schaufelberger, Thomas Leboeg, Martina Eisenreich, Hans Schüttler

Redaktion: Henning Rademacher

Technische Realisierung: Peter Kretschmann; Christian Alpen; Sabine Kaufmann; Katja Zeidler; Gabriele Behr; Rudolf Grosser; Angelika Körber

Regieassistenz: Ilka Bartels; Katrin Albinus; Simon Jaspersen; Stefanie Phillips; Stefanie Porath-Walsh


Regie: Norbert Schaeffer; Alexander Schuhmacher; Simona Ryser; Beate Andres; Sven Stricker; Bernadette Sonnenbichler

Als das berühmteste und spektakulärste Hörspiel von Günter Eich, dem bedeutendsten Rundfunk- und Hörspielautor der Nachkriegszeit, gilt bis heute sein Funkstück "Träume". Es markiert unbestritten den Neubeginn des künstlerischen Nachkriegshörspiels; produziert beim damaligen NWDR in Hamburg. Es wurde am 19. April 1951 zum ersten Mal ausgestrahlt. Das Hörspiel besteht aus fünf Szenen, die - realistisch und rätselhaft verschlüsselt zugleich - beunruhigende Alpträume, Szenarien fundamentaler Ängste, darunter die Furcht vor Deportation, Ausgrenzung, innerer Leere, atomarer Bedrohung und anderes wiedergeben; deutbar auch als bedrohliche Visionen von der Zukunft des Menschen. Und so wurden sie verstanden und missverstanden. Das Hörspiel löste bereits während der Sendung einen beispiellosen Proteststurm von Hörern aus, der in den an die Programmverantwortlichen gestellten Forderungen gipfelte, "den Mann doch einzusperren" oder wenigstens "unter polizeiliche Aufsicht" zu stellen. Fünf jüngere Regisseurinnen und Regisseure stellen sich der Herausforderung, Günter Eichs Hörspielklassiker "Träume" neu zu interpretieren. Den Epilog zu dieser aufwendigen Neuproduktion des NDR bildet eine Klangkomposition von Hans Schüttler, die auf den bei der Erstsendung 1951 aufgezeichneten Höreranrufen basiert.

Günter Eich wurde am 1. Februar 1907 in Lebus an der Oder geboren. Der Lyriker, Schriftsteller und Rundfunkautor hat vor allem die Hörspielentwicklung der 1950er und 1960er Jahre maßgebend geprägt. Er studierte Sinologie, Ökonomie und Jura in Leipzig, Berlin und Paris, wohnte seit 1932 als freier Schriftsteller in Berlin. Ab 1930 verfasste er regelmäßig Arbeiten für den Rundfunk. Eich war Gründungsmitglied der "Gruppe 47", deren Preis er 1950 erhielt. 1952 wurde er mit dem Hörspielpreis der Kriegsblinden für sein Hörspiel "Die Andere und ich" ausgezeichnet, 1959 mit dem Georg-Büchner-Preis. Ab 1953 lebte er mit seiner Frau, der Dichterin Ilse Aichinger, bei Salzburg, wo er 1972 starb.

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Mitwirkende

SprecherRolle/Funktion
Lukas AmmannTraum 1: Uralter
Christine OesterleinTraum 1: Uralte
Jens WawrczeckTraum 1: Enkel
Barbara AuerTraum 1: Frau
Franziska TreedeTraum 1: Kind
Céline FontangesTraum 2: Frau
Oliver MallisonTraum 2: Mann
Lukas AdelmannTraum 2: Kind
Leslie MaltonTraum 2: Dame
Felix von ManteuffelTraum 2: Herr
Bernhard SchützTraum 3: Vater
Astrid MeyerfeldtTraum 3: Mutter
Susanne LotharTraum 3: Nachbarin
Douglas WelbatTraum 3: Bürgermeister
Birger FrehseTraum 3: Bob
Isabell GiebelerTraum 3: Elsie
Gabriel Rodriguez-SilveroTraum 3: Bill
Theresa RoseTraum 3: Cathy
Jakob Leo StarkTraum 3: Fred
Sebastian MoskeTraum 3: Stimme
Udo WachtveitlTraum 4: Peter
Andreas FröhlichTraum 4: Michael
Oumar KoitaTraum 4: Afrikaner
Olajide AkinyosoyeTraum 4: Afrikaner
Tina EngelTraum 5: Mutter
Anna KubinTraum 5: Tochter
Hans LöwTraum 5: Bill
Klaus DittmannTraum 5: Professor
Uli PleßmannTraum 5: Ansager
Anne WeberEinleitungs- und Zwischentexte
Jürgen HentschEinleitungs- und Zwischentexte

Musiker: Jo Ambros (Gitarre), Marcio Doctor (Percussion)

 


 


Hörspiel aktuell


PRODUKTIONS- UND SENDEDATEN

Norddeutscher Rundfunk 2006


Erstsendung: 31.01.2007 | 81'05


VERÖFFENTLICHUNGEN

CD-Edition: Der Hörverlag 2007


AUSZEICHNUNGEN

Hörspiel des Monats Januar 2007
Deutscher Hörbuchpreis 2008 Beste Fiktion (CD-Edition)


REZENSIONEN

N. N.: epd Medien. Nr. 14. 21.02.2007. S. 15. - N. N.: Funk-Korrespondenz. Nr. 7. 16.02.2007. S. 24. - Beate Tröger: Frankfurter Allgemeine Zeitung. 31.01.2007. S. 36. - Nikolaus von Festenberg: Der Spiegel. 29.01.2007. S. 56.


Darstellung: