ARD-Hörspieldatenbank

Originalhörspiel



Philip Martin

Negative

übersetzt aus dem Englischen


Übersetzung: Kurt Heinrich Hansen

Regie: Fritz Schröder-Jahn

Mit dem Thema des Hörspiels "Der Teufel und die Unschuldigen" von Konrad Wünsche ist dieses aus England stammende Stück eng verwandt. Ähnlich wie in Wünsches Hörspiel reflektiert hier ein Schriftsteller seine Unfähigkeit, sich durch engagierten, persönlichen Einsatz der Unterpriviligierten anzunehmen. Philip Martin läßt seine Hauptfigur, den Journalisten Peter Pinder, zwei Geschichten erleben, die eine in Biafra, die andere später in Liverpool bei einer Arbeiterfamilie, bei der er sich einquartiert hat. Sowohl in Biafra als auch in Liverpool stürzt er durch seine humane Zuwendung Menschen ins Unglück, die nach anderen Gesetzen zu leben scheinen als er. Seine Eingriffe in die sozialen Verhältnisse der Verfolgten in Biafra und der Slumbewohner in Liverpool sind deshalb folgenschwer, weil die psychischen Reaktionen dieser Hilfsbedürftigen so sehr den desolaten Verhältnissen angepaßt sind, daß jede äußere Veränderung sie zur Hilflosigkeit verurteilt oder ihnen den Wunsch nahelegt, die vertrauten Zustände wieder herzustellen. Pinder muß lernen, daß er mit seinen eigenen Reaktionen an die Verhältnisse seiner bürgerlichen Klasse gebunden ist. Deshalb kann auch das Buch, in dem er seine Erfahrungen festhält, redlicherweise nur vom Scheitern seiner Hilfsversuche handeln, ändern wird er mit diesem Buch nichts. - Philip Martin hat sein Hörspiel aus verschiedenen Handlungsschichten aufgebaut, die er kontrastierend zusammenfügt. Dabei verhält sich ein Handlungselement zum anderen wie sein fotografisches Negativ.

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Mitwirkende

SprecherRolle/Funktion
Horst BeckDad
Stephan StrouxDenny
Hannelore HogerJanet
Heiner SchmidtPeter Pinder
Ursula LangrockSarah
Günther DockerillChris
Willy WitteStimme/Reportage


 

Hörspiel aktuell


PRODUKTIONS- UND SENDEDATEN

Norddeutscher Rundfunk 1973


Erstsendung: 24.10.1973 | 65'48


Darstellung: