ARD-Hörspieldatenbank

Hörspielbearbeitung, Science Fiction-Hörspiel


Science-Fiction-Radio


Stanislaw Lem

Solaris (1. Teil: Der Planet)

Der Planet


Vorlage: Solaris (Roman)

Sprache der Vorlage: polnisch

Übersetzung: Irmtraud Zimmermann-Göllheim

Bearbeitung (Wort): Peter Rothin

Komposition: Mario Schneider

Dramaturgie: Steffen Moratz

Regie: Peter Rothin

Solaris ist ein Planet, der fast vollständig von einem aus gallertartiger Masse bestehenden Ozean bedeckt ist. Dieser Ozean bildet die bizarrsten Formen und Gestalten und ist in der Lage, Formen nachzubilden. Der Planet selbst kreist in einer unbeständigen Umlaufbahn um zwei Sonnen, eine rote und eine blaue. Aufgrund der Bewegung des Ozeans, die wiederum die Flugbahn des Planeten beeinflusst, wird davon ausgegangen, dass es sich um eine Art intelligenter Lebensform handelt. Doch die Kontaktaufnahme mit dieser Lebensform schlägt über Jahrzehnte fehl. Denn hier steht der Mensch etwas völlig Fremdartigem gegenüber, was in keiner Weise dem Leben auf der Erde gleicht. Der Psychologe Kris Kelvin, der Ich-Erzähler der Geschichte, findet bei seinem Eintreffen auf der Raumstation, die über der Oberfläche von Solaris kreist, diese in einem verwahrlosten Zustand vor. Keiner der Besatzungsmitglieder ist zu seiner Begrüßung anwesend. Nach einigem Suchen stößt er zumindest auf Snaut, den Kybernetiker der Station, und muss erfahren, dass der Stationsleiter Dr. Gibarian vor kurzem verstorben ist. Snaut selbst reagiert auf das Erscheinen Kelvins zutiefst verängstigt und misstrauisch; schließlich vermittelt er jedoch zwischen dem Neuankömmling von der Erde und dem anderen verbliebenen Raumstationsbewohner, dem sonderbaren Dr. Sartorius, der sich die meiste Zeit im Laboratorium verbarrikadiert. Im weiteren Verlauf verrät Snaut stets nur so viel, wie Kelvin bis zum jeweiligen Zeitpunkt meist schon selbst herausgefunden hat. Was ist mit Dr. Gibarian, dem Leiter der Station, geschehen? Kelvins Nachforschungen ergeben, dass der Wissenschafter Selbstmord begangen hat. Doch weshalb? Und warum machen Snaut und Sartorius aus der Angelegenheit ein großes Geheimnis? Gibarian hat Kelvin schriftliche Botschaften hinterlassen, aufgrund derer er in der Bibliothek der Station Nachforschungen anstellt. Kelvin meint bald, angesichts der unerklärlichen Vorgänge, den Verstand verloren zu haben und unterzieht sich einigen Tests, doch das Unfassbare bleibt Realität und die Realität bleibt unbegreiflich.

Stanislaw Lem (1921-2006), geboren in Lwów (Lemberg) als Sohn einer polnisch-jüdischen Arztfamilie, sollte, der Familientradition entsprechend, eigentlich Arzt werden. Er absolvierte sein Medizinstudium, ohne allerdings den Arztberuf je auszuüben. Stattdessen widmete er sich seiner schriftstellerischen Tätigkeit und betrieb ein intensives Selbststudium, dem er ein nahezu enzyklopädisches Wissen auf den verschiedensten Gebieten verdankte. Neben zahlreichen belletristischen Werken verfasste er theoretische Schriften über Science Fiction und über Gebiete der angewandten Philosophie und der Kybernetik. 1982, nachdem in Polen das Kriegsrecht verhängt worden war, verließ Stanislaw Lem sein Heimatland vorübergehend und arbeitete in West-Berlin am Wissenschaftskolleg. Ein Jahr später ging er nach Wien und kehrte erst 1988 nach Polen zurück. Sein Roman Solaris (1961) wurde bereits zweimal verfilmt: 1971 von Andrej Tarkowski und 2002 von Steven Soderbergh. Lems Bücher wurden bisher in 57 Sprachen übersetzt und erreichten eine Auflage von mehr als 45 Millionen. Er starb am 27. März 2006 in Krakow im Alter von 84 Jahren an Herzversagen.

A
A

Mitwirkende

SprecherRolle/Funktion
Oliver StokowskiKelvin
Maria SimonHarey
Bernhard SchützSnaut
Hans-Peter HallwachsSartorius
Markus ScheumannModdard
Hilmar EichhornGibarian
Thomas RühmannBerton
Lena StolzeFrau Dr. Gearth
Hansjürgen HürrigMessenger
Claus HahnJunge


 

Hörspiel aktuell


PRODUKTIONS- UND SENDEDATEN

Mitteldeutscher Rundfunk 2006


Erstsendung: 21.11.2006 | 62'54


CD-Edition: Der Audio Verlag 2007


REZENSIONEN

Steffen Moratz: Triangel. Das Kulturmagazin von MDR Figaro. 11. Jahrgang. Nr. 11. 2006. S. 46-55.


Darstellung: