ARD-Hörspieldatenbank


Originalhörspiel



Wolfgang Hegewald

Chester oder Der Auftritt eines gebrannten Kindes


Regie: Norbert Schaeffer

EINER hat die Oper angezündet. Er hatte keinen Wohnsitz, hat am gleichen Abend auch schon versucht, in eine Arztpraxis einzubrechen, ein Auto und die Niederlassung einer Fluggesellschaft in Brand zu setzen. Er wäre vielleicht nie gefaßt worden, wenn er sich nicht gestellt hätte. Die Schwierigkeit mit ihm besteht darin, daß EINER kein Motiv für seine Tat hat. EINER, der Mann wird nun vor Gericht gestellt. Dabei muß geklärt werden, wer er ist. Gutachter treten auf, eine Referentin sammelt die Bruchstücke seiner Identität ein. Zeugen schildern die Umstände des Brandes. Er ist in der DDR geboren, kurz nach dem Mauerbau. Seine Eltern kannten nur Arbeit. Sie haben sich oft gestritten. Sein Vater trank. Im Suff hat der Vater den Großvater erstochen. Während der Pubertät verliebte er sich in die Musik von Opern. EINER sucht das Weite, indem er ins Reich der Phantasie eindringt.

Wolfgang Hegewald wurde 1952 in Dresden geboren. Studierte Informatik und evangelische Theologie in Leipzig. 1983 Umzug von dort nach Hamburg; lebt in Norddeutschland als freier Autor. 1984 Preis der Kärntner Industrie beim "Bachmann-Wettbewerb"; Hamburger Literaturpreis für Kurzprosa. 1985-86 Stipendium Deutscher Literaturfonds Darmstadt. 1987-88 Stipendiat der Villa Massimo. Buchveröffentlichungen: "Das Gegenteil der Fotografie. Fragmente einer empfindsamen Reise", 1984; "Hoffmann, Ich und Teile der näheren Umgebung", Prosa, 1985; "Jakob Oberlin oder Die Kunst der Heimat", Roman, 1987; "Verabredung in Rom", Erzählung, (Herbst 1988). Ebenfalls 1988 sendete der WDR sein Hörspiel "Häuslichkeit".

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Mitwirkende

 


Hörspiel aktuell


PRODUKTIONS- UND SENDEDATEN

Westdeutscher Rundfunk 1989


Erstsendung: 20.08.1989 | 58'58


AUSZEICHNUNGEN

Ernst-Reuter-Preis 1989


Darstellung: