ARD-Hörspieldatenbank


Hörspielbearbeitung



Johannes Bobrowski

Boehlendorff


Vorlage: Boehlendorff

Bearbeitung (Wort): Frank Werner

Regie: Albrecht Surkau

Johannes Bobrowski (1917-1965) gilt als einer der wichtigsten Dichter aus der DDR. Aber nur wenige kennen sein Werk. Er wird von den Literaturwissenschaftlern als ein 'engagierter Esotheriker' bezeichnet, - ein Paradoxon, das aufmerksam macht auf Bobrowskis erklärte Wirkungsabsicht bei gleichzeitiger Reduktion des Mitteilungscharakters seiner Dichtung. Er hatte einen moralischen Impetus, aber verrätselte seine Texte. Ihnen kann man sich nur mit einiger Anstrengung nähern. In seiner Erzählung "Boehlendorff" hat sich Bobrowski mit einem längst vergessenen baltendeutschen Dichter beschäftigt, der kurze Zeit Weggenosse Hölderlins war, wie dieser den Grundgedanken der französischen Revolution von 1789 anhing, wie dieser aber auch innerlich zerbrach an deren Scheitern. Die enttäuschte Hoffnung auf ein Leben, das nach moralischen Prinzipien menschenwürdig wäre, trieb auch den unruhig umherirrenden Hofmeister Boehlendorff in den Wahnsinn. - Johannes Bobrowski hat diese historisch belegte Figur als unseren Zeitgenossen angesehen. Frank Werner, selber ein Hörspielautor, hielt sich streng an die Vorlage. Er zielt mit seiner Bearbeitung nicht auf Popularisierung. Aber mit den Mitteln des Hörspiels gelingt ihm eine aufschlüsselnde Annäherung an diese hermetische Dichtung von hohem Rang.

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Mitwirkende

 


Hörspiel aktuell


PRODUKTIONS- UND SENDEDATEN

Radio Bremen 1986


Erstsendung: 22.07.1986 | 42'46


Darstellung: