ARD-Hörspieldatenbank


Hörspielbearbeitung



Max Aub

Das Magische Labyrinth (3. Teil: Blutiges Spiel)


Vorlage: Blutiges Spiel (3. Band des Romanzyklus "Das magische Labyrinth")

Sprache der Vorlage: spanisch

Übersetzung: Albrecht Buschmann, Stephanie Gerhold

Bearbeitung (Wort): Ulrich Gerhardt

Regie: Ulrich Gerhardt

Fast 30 Jahre arbeitete der spanische Schriftsteller Max Aub an dem Roman-Zyklus 'Das Magische Labyrinth', einem umfangreichen erzählerischen Werk über den Spanischen Bürgerkrieg. 'Blutiges Spiel' ist der dritte Band, der erste erschien 1943 in Mexiko, der sechste und letzte erst 1968. Im Zeitraum vom Frühjahr 1999 bis zum Herbst 2002 bringt der Eichborn Verlag die vollständige Edition 'Das Magische Labyrinth' in deutscher Sprache heraus. Der Bayerische Rundfunk präsentiert den gesamten Zyklus in sechs Hörspieladaptionen, die im Eichborn-Verlag als CD erscheinen. Der Spanische Bürgerkrieg geht in eine entscheidende Phase. Die erbitterte Schlacht um die Stadt Teruel beginnt, eine der blutigsten Schlachten dieses Krieges. Unter den Verletzten ist der Archivar Don Leandro. Eine Bombe hat sein Bein zerfetzt und seine Aufzeichnungen vernichtet. In den letzten Stunden, die ihm bleiben, hebt er an zu einem großen Monolog über die Ursachen des Bürgerkrieges. Mit den Augen des sterbenden Gelehrten sieht Max Aub - in einer sehr persönlichen Sicht - auf die spanische Kultur: zwischen Armut und Tod, Architektur und Wüste, Afrika und Europa.

Max Aub (1903-1972), geboren in Paris als Sohn von Juden, wurde konfessionslos erzogen. Bei Ausbruch des 1. Weltkriegs musste die Familie Frankreich verlassen und zog nach Valencia. Spanien wurde Aubs Wahlheimat, Spanisch die einzige Sprache, in der er sich zu Hause fühlte: "Nie habe ich in einer anderen Sprache schreiben können." Aub arbeitete wie sein Vater als Handlungsreisender, nebenbei verkehrte er in den literarischen Zirkeln Spaniens. Im Spanischen Bürgerkrieg stand Aub den Republikanern nahe. 1937 gab er als spanischer Kulturattaché Picasso den Auftrag für "Guernica". Kurz vor dem Sieg der Falange floh er nach Frankreich. 1940 wurde er als Kommunist denunziert und drei Jahre in Gefängnissen und Konzentrationslagern in Marseille, Paris, Vernet, Nizza und Djelfa (Algerien) gefangen gehalten. 1942 gelang Aub über Casablanca die Flucht nach Mexiko. Dort arbeitete er als Dozent für Filmtheorie und -technik, als Drehbuchautor, Regisseur und Zeitschriftenherausgeber. Im Exil entstanden Aubs wichtigste literarische Werke. 1969 erhielt er erstmals ein Einreisevisum für seine alte Heimat. Spanien hatte sich in 30 Jahren Diktatur jedoch sehr verändert, Aub erkannte seine Heimat nicht wieder. Er starb in Mexiko.

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Mitwirkende

 


Hörspiel aktuell


PRODUKTIONS- UND SENDEDATEN

Bayerischer Rundfunk / Eichborn-Verlag 2001


Erstsendung: 18.03.2001 | 73'25


REZENSIONEN

Christian Deutschmann: In: Frankfurter Allgemeine Zeitung. 19.03.2001. S. 59.


Darstellung: