ARD-Hörspieldatenbank


Originalhörspiel



Adolf Muschg

Das Kerbelgericht


Regie: Oswald Döpke

Der nicht mehr junge Gerichtsreporter Ehrismann rekapituliert und reflektiert im Dämmerzustand zwischen Wachen und Schlaf, unterbrochen von der Aktivität des Krankenhauspersonals, die Auseinandersetzungen mit seinem bisherigen Zimmergenossen Tobler, den man zur Operation hinausgefahren hat. Der junge Mann, durch Krankheit an der aktiven Teilnahme an Demonstrationen gehindert, verficht nur um so heftiger seine klassenkämpferischen Ideale, die sich fast zur Zwangsvorstellung auswachsen. Gelassen reagiert der erfahrene Ehrismann auf die heftigen Anwürfe des jungen Tobler, die immer mehr zum Klischee erstarren, je weniger der alte Mann sich als typischer Repräsentant des angegriffenen Establishments erweist. Der Konflikt zwischen den Generationen, als Klassenkampf deklariert, wird mit wachsender Sympathie zur Pflichtübung. Als das Stichwort "Kerbel" fällt, wird Ehrismann an eine ungewöhnliche Gerichtsverhandlung erinnert, die er vor rund zwanzig Jahren miterlebt, der er aber keine Bedeutung beigemessen hatte, während Tobler darin einen Vorboten für den gegenwärtigen Kampf gegen die etablierte Generation sieht.

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Mitwirkende

 


Hörspiel aktuell


PRODUKTIONS- UND SENDEDATEN

Westdeutscher Rundfunk 1969


Erstsendung: 26.02.1969 | 40'48


Darstellung: