ARD-Hörspieldatenbank


Ars acustica



Edgar Lipki

Civil Landing


Komposition: Ernst Gaida-Hartmann, Joker Nies

Realisation: Edgar Lipki

POST MODERNE, Terror der All-Zeit im Flutlicht der Märkte: Nach dem Streik der Geschichte Ende des letzten Jahrhunderts eröffnen die Flüge vom 11. September die Nicht-Zeit des Terrors. Eine Landung jenseits der Zeitspur. Fraktale Momentaufnahmen der zivilen Gesellschaft: THE GIRL IN THE WINDOW WON'T DROP, Fernsehbilder, festgebrannt in der Benutzeroberfläche der westlichen Welt, hinter denen das eigentliche Ereignis zu verschwinden droht: THE FACE IN THE MIRROR WON'T STOP. Im Angriff auf die Türme des World Trade Center, in ihrer eigentümlichen Implosion, trifft sich, wie Baudrillard bemerkt, das weiße Licht des Kinos mit dem schwarzen Licht des Terrorismus. Terra incognita inmitten der gewohnten Welt. MADRID. DJERBA. BALI. Merkwürdige Route der Reise, blutige Travestie lang ersehnter Ankunft: Der Blick in den Spiegel wird nicht aufhören. Schauspiel desselben. Ende der Repräsentation. Der Planet wird Bühne: WOODSTOCK NINE ELEVEN. Autistisch und selbstreferenziell, UNSER erstes Festival erledigter Utopie. Konzert von Flugbewegungen, elektronisch verstärkt durch die Wucht der Bilder, hin auf den finalen Zählpunkt: globaler Event einsamer Vernichtung ... you ain't goin nowhere +++ oder +++ back to the garden ... CIVIL LANDING ist ein Konzert dieses Schweigens.

Edgar Lipki, geboren 1957 in Werdohl/Westfalen, lebt als Autor und freier Produzent in Köln. Für den WDR produzierte er zuletzt das Hörspiel "COBAIN".

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Mitwirkende

 


Hörspiel aktuell


PRODUKTIONS- UND SENDEDATEN

Westdeutscher Rundfunk 2004


Erstsendung: 06.12.2004 | 50'57


REZENSIONEN

Jochen Meißner: Funk-Korrespondenz. 52. Jahrgang. Nr. 50. 10.12.2004. S. 30. - Stefan Fischer: Süddeutsche Zeitung. 28.12.2004. S. 17.


Darstellung: