Hörspiel
Autor/Autorin:
Bernhard Setzwein
Dienst am Nächsten
Technische Realisierung: Anna Maria Tietze, Ingrid Morell
Regie: Jürgen Geers
Weitere Mitwirkende
Sprecher/Sprecherin Rolle/Funktion Karl Friedrich Moralist Mitwirkende (Funktion unsicher) zahlreiche Straßenpassanten
Die Dauerberieselung mit Schreckensmeldungen hat uns längst abgestumpft. Angst als Dauerzustand scheint unsere Psyche zu überfordern, und so sickert, was eigentlich Panik auslösen müßte, immer schneller hinab ins Unbewußte. - Der junge Autor Bernhard Setzwein schildert in seinem ersten Hörspiel einen Zeitgenossen, der sich mit diesem verhängnisvollen Mechanismus nicht abfinden will. Er macht sich auf, um die abgestumpften Gemüter wachzurütteln. Irgendwo auf der Straße liest er den Vorübereilenden aus der Tageszeitung vor: Warum ist niemand entsetzt? Warum versucht niemand, dem täglichen Wahnsinn entgegenzuhandeln? "In meiner Realisation wollte ich die wirkliche Probe aufs erdachte Exempel machen: Der Darsteller des Moralisten spielte seinen Text - oftmals improvisierend - mitten in einer Fußgängerzone. Schnell bildeten sich mehrere heftig diskutierende Gruppen. Das große Palaver wurde aufgezeichnet und später im Studio zu dem ursprünglichen Text des Autors in Beziehung gesetzt. Die fertige Produktion enthält also bereits einen Teil der Wirkungsgeschichte des Textes. Auch wenn das Hörspiel die Wirkungslosigkeit moralischer Appelle dokumentiert." (Jürgen Geers)

Produktions- und Sendedaten
- Hessischer Rundfunk 1981
- Erstsendung: 26.10.1981 | 45'15