Hörspiel
Autor/Autorin:
Iván Mándy
Friedhofslinie
übersetzt aus dem Polnischen
Übersetzung: Barbara Frischmuth
Technische Realisierung: Klaus Völker, Christel Gebhardt
Regie: Götz Fritsch
Weitere Mitwirkende
Sprecher/Sprecherin Rolle/Funktion Gabriel Barylli Janosch Elisabeth Stepanek Gisi Georg Mittendrein Geza Kardosch Karl Merkatz Halmosch Adolf Laimböck Vater Schachticz Charlotte Weninger Die Mutter Barbara Schalkhammer Die Tochter Doris Buchrucker Elisabeth Justin Rotraud Schöttner Herbert Fritsch Franz Steinmüller Bruno Thost
"Pfeilkreuzler" nannten sich die ungarischen Faschisten in den dreißiger und vierziger Jahren. Im Oktober 1944 mit Hilfe der deutschen Besatzungstruppen an die Macht gekommen, übten sie in Ungarn blutigen Terror aus. Iván Mándys Hörspiel "Friedhofslinie" versetzt den Hörer in diese Zeit. Der junge Schriftsteller Janosch hält sich in einer von seinem Freund vermittelten Wohnung versteckt. In dieser vereinsamten, verdunkelten Wohnung beginnen Angst und Mißtrauen mehr und mehr seine Wahrnehmungen und seine Gedanken zu beherrschen. Jedes Geräusch im Treppenhaus wird zum Signal für die drohende Entdeckung, und auch innerhalb der Wohnung lösen das Bett, der Tisch, der Schrank, das ganze verlassene Mobiliar, peinigende Erinnerungen aus an diejenigen, die weg mußten oder gar abgeholt wurden. Die Panik, in die Janosch gerät, teilt sich dem Hörer auf beklemmende Weise mit. Iván Mándy, 1918 in Budapest geboren, gilt mit seinem Alltag und Traum, profane Wirklichkeit und Visionen verbindenden, dabei oft die Grenze des Surrealen streifenden Romanen und Erzählungen als einer der originellsten und eigenwilligsten Schriftsteller seines Landes. Iván Mándy ist auch als erfolgreicher Kinderbuchautor hervorgetreten. Für sein literarisches Werk erhielt er den AttilaJózsef-Preis. Das Hörspiel "Friedhofslinie" wurde mit dem "Preis der Kritiker" ausgezeichnet.

Produktions- und Sendedaten
- Süddeutscher Rundfunk 1981
- Erstsendung: 03.05.1981 | 43'25