Feature
Autor/Autorin:
Sibylle Bolik
Mit Hammer und Feder?
Das Hörspiel im Rundfunk der DDR
Redaktion: Johann Maria Kamps
Technische Realisierung: Christine Remlein, Daniel Velasco-Schwarzenberger, Daniel Velasco
Regieassistenz: Jörg Schlüter
Regie: Hein Bruehl
Weitere Mitwirkende
Sprecher/Sprecherin Krista Posch Rolf Schult
Hörspiele aus der DDR, im Ostberliner Rundfunk spätestens seit Beginn der sechziger Jahre gehegt, gepflegt und gefördert, standen in der Bundesrepublik nie in besonderem Ansehen. Was war von einer Kunstform zu erwarten, die im Staatsrundfunk der DDR, getreu dem Leninschen Auftrag ein Instrument der Agitation und Propaganda, zu gedeihen hatte? Der Ruch der Ideologieträchtigkeit und ästhetischen Minderwertigkeit blieb haften, wenngleich das Hörspiel von der seit den siebziger Jahren gewachsenen Aufmerksamkeit für die DDR-Literatur profitierte. Es fand Einlaß in die ARD-Hörfunkprogramme, nach dem Kulturabkommen von 1986 war geradezu ein Boom zu verzeichnen. Anders aber als z.B. Spielfilme aus Ost-Produktion blieb die "Funkdramatik" offenbar auf einen DDR-Bonus angewiesen. Hat mit der Wiedervereinigung und der nachträglichen (Selbst-)Demontage auch ehedem hochdekorierter DDR-Literatur das ostdeutsche "Hörspielerbe" vollends abgewirtschaftet? Dieser Frage geht die Autorin in ihrem Feature unter Einbeziehung von Hörbeispielen und Interviews mit Zeitzeugen nach. Hörspielausschnitte: 1. Helmut Bez: "Dobberkau ist da", Rundfunk der DDR 1989, 2'55" / 2. Maximilian Scheer, Karl-Georg Egel: "Und Berge werden versetzt", 1951, 2'00" / 3. Rolf Schneider: "Der dritte Kreuzzug", 1960, 4'00" / 4. Manfred Bieler: "Drei Rosen aus Papier", 1962, 2'55" / 5. Hans-Werner Honert: "Karriere Uli M.", 1986, 3'15" / 6. Joachim Walter: "Infarkt", 1979, 3'50" / 7. Siegfried Hanusch: "Leben wie alle. Die Geschichte der Ilona E.", 1981, 3'12" / 8. Fritz Rudolf Fries: "Der fliegende Mann", 1980, 4'15" //

Produktions- und Sendedaten
- Westdeutscher Rundfunk 1993
- Erstsendung: 13.11.1993 | 104'24