Originalhörspiel

Autor/Autorin: Rolf Defrank

Der Antrag

Technische Realisierung: Theresia Singer, Stefan Hansel
Regieassistenz: Christoph Pragua

Regie: Heinz Wilhelm Schwarz

  • Weitere Mitwirkende

    Sprecher/SprecherinRolle/Funktion
    Sabine PostelMonika Seibold
    Nina MonssenAnna
    Susanne FluryKäthe
    Bernt HahnUlli
    Renate FuhrmannHildegard
    Marianne RogéeBürgermeisterin
    Ilse StrambowskiKreisärztin
    Hans KünsterMosheim
    Curt FaberÄlterer Mann
    Walter SpiskeGartenvorstand
    Michael Sträter1. Unbekannter/3. Beamter
    Josef Quadflieg2. Unbekannter
    Peter Perlbach1. Beamter
    Peter Nottmeier2. Beamter
    Christoph Pragua4. Beamter
    Klaus-Dieter Pittrich5. Beamter
    Walter Gontermann6. Beamter
    Lothar Ostermann7. Beamter
    Anke Tegtmeyer1. Beamtin
    Sigrun HöhlerZollbeamtin
    Hella von Sinnen2. Beamtin
    Ricarda Benndorf3. Beamtin
    Josef TratnikZollbeamter
    Bruno TenderaVolkspolizist
    Anna BottLautsprecherstimme
    Annemarie SchlaebitzMutter
    Reinhard SchulatVater
    Margrit SpielmeyerSchwiegermutter
    Manfred HeidmannSchwiegervater
    Katinka HoffmannÄltere Schwägerin

" 'Der Antrag' ist ein Erinnerungsprotokoll einer deutsch-deutschen Ausreise. Das heißt, es basiert auf protokollierten Berichten von Menschen, die die DDR verlassen haben; die zur Verfügung gestellten Dokumente belegen ihre Authentizität. Ich meine, wer die Verhältnisse in der Bundesrepublik kritisiert und in Frage stellt, kann nicht so tun, als gäbe es die 'Verhältnisse' in der DDR nicht. Oder umgekehrt: Wer die Verhältnisse in der DDR kritisiert und in Frage stellt, kann nicht so tun, als gäbe es die hier nicht, unter anderen Vorzeichen, unter anderen Bedingungen, versteht sich. 'Verhältnisse sind nicht einfach da, sie werden hergestellt von Menschen, von Bürgern. Von Staatsbürgern, meinetwegen. Daß dieses Land geteilt ist, ist nicht die Schuld von irgend jemandem, sondern es war die Schuld seiner Bürger. Sie haben einen Verbrecher nicht nur zugelassen, sondern zu ihrem Anführer gewählt und sich an seinen Verbrechen beteiligt. Viele vergessen das. Sie vergessen auch heute, woran sie sich beteiligen. Was ist das für ein Land, das Todesstrafen, Mauern und Selbstschußanlagen braucht, das, wie in den 17-Uhr-Nachrichten des Hessischen Rundfunks vom 15. Januar 1986 zu hören war, 380000 DDRBürger mit Hilfe eines Ausreiseantrages für immer verlassen wollen, aber nur ein ganz geringer Prozentsatz verlassen darf? Sind jene Deutschen, die an der Durchführung dieser 'Verordnungen' beteiligt sind, unmoralischer als die Deutschen in der BRD? Oder wären sie austauschbar, weil das zur deutschen Mentalität gehört? Eine moralische Wende? Wann? Wo? Bei wem?"

Weitere Informationen
Rolf Defrank wurde 1926 in Leipzig geboren. Er arbeitete nach seinem Studium als Schauspieler, Regisseur und zuletzt als Leiter der Fernsehspiel- und Hörspielabteilung des Sender Freies Berlin. Seit 1972 ist er freier Schriftsteller. Er veröffentlichte Dokumentationen, Theaterstücke, Hör- und Fernsehspiele.

Quellen zum Hörspiel - © DRA/Michael Friebel

Produktions- und Sendedaten

  • Westdeutscher Rundfunk 1987
  • Erstsendung: 24.05.1987 | WDR 3 | 53'09

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