Hörspiel

Autor/Autorin: Klaus Schöning

Silence Sometimes

Von der Vielsprachigkeit der akustischen Kunst

Technische Realisierung: Roland Seiler, Christiane Köhler, Christiane Recht
Regieassistenz: Stefan Hardt

Regie: Klaus Schöning

  • Weitere Mitwirkende

    Sprecher/Sprecherin
    Peter Lieck
    Klaus Schöning

Vielsprachigkeit und Gleichzeitigkeit sind Phänomene unserer durch elektronische Medien und rasche Verkehrsverbindungen geprägten Zivilisation. Durch sie werden viele der geographischen, politischen und kulturellen Grenzen überschritten und infrage gestellt. Fremdsprachige Hörspiele erreichen ihre Hörer meist in Übersetzungen, selten als originales akustisches Ereignis. Die Originalproduktion zu senden und sie gleichwohl für deutsche Hörer sprachlich zu erschließen, etwa durch 'akustische Untertitelung', gehörte in den 60er Jahren zu den folgenreichen Pioniertaten des Südwestfunks, etwa als Bernhard Rübenach die japanische Hörspielproduktion "Marathon" von Naoya Uchimura präsentierte. Dergleichen begünstigte die fällige Öffnung der Hörspiel-Ästhetik zu einer analytisch-poetischen Auseinandersetzung mit der Materialität der Sprachen, in der Sprache, Geräuschsprache und Musiksprache als gleichwertige Elemente die Kompositionen der akustischen Kunst bestimmen, zur Lautpoesie und vorsprachlichen Artikulation, zur Oralität und zum Originalton, zur Verarbeitung von Erfahrungen der experimentellen Liter atur dieses Jahrhunderts und ihrer Tendenz zur multilingua. Seit den 60er Jahren hat sich so ein Repertoire mehrsprachiger, onamatopoetischer Hörstücke und Synchron-Hörspiele gebildet, in denen sich der Reichtum verschiedener Sprachen spiegelt, ihr fließender Dialog miteinander: utopischer Entwurf einer Sprache aus vielen Sachen, autonome akustische Literatur im Radio.

Quellen zum Hörspiel - © DRA/Michael Friebel

Produktions- und Sendedaten

  • Südwestfunk 1988
  • Erstsendung: 06.02.1988 | 148'20

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