Hörspielbearbeitung, Kinderhörspiel

Reihentitel: Shalom

Autor/Autorin: Itzik Manger

Der Schnurrbart des Herrn Gutsbesitzers

Vorlage: Vorlagentitel unbekannt (polnisch)
Übersetzung: Lieselotte Kaper
Bearbeitung (Wort): Michal Tonecki
Komposition: Matthias Thurow
Technische Realisierung: Dieter Stratmann, Gabriele Neugroda
Regieassistenz: Annette Kurth

Regie: Heinz Wilhelm Schwarz

  • Weitere Mitwirkende

    Sprecher/SprecherinRolle/Funktion
    David BibringErzähler
    Ernst CohenMotel Parns
    Barbara Anna BottTuda Fajgele
    Matthias HaaseJan
    Ariane KnauffMagda Walczynska

Der jüdische Friseur Motel Parnes hat es nicht leicht im Leben: Das Geschäft geht schlecht, weil die Juden sich nur am Tag des Jahrmarktes die Haare schneiden lassen, seine vielen Kinder haben immerzu Hunger und seine Frau überschüttet ihn mit Vorwürfen. Als der reiche, aber wegen seiner Grausamkeit bekannte Gutsbesitzer sich verloben will, bestellt er Motel als Friseur, der wegen seiner goldenen Hände gerühmt wird. Aber ausgerechnet, als Motel den mächtigen Schnurrbart des Gutsbesitzers kürzen soll, beginnen seine Hände zu zittern. Der Schnurrbart wird klein und kleiner - und Motel Parnes wird von den Leuten des ehrenwerten Herrn Gutsbesitzers zu Tode geprügelt. Der Fluch seiner Frau und seiner Kinder bringt den Gutsbesitzer am Tage seiner Hochzeit in größte Verlegenheit - und dann stellt sich heraus, daß er diese Manneszier sein Leben lang, täglich wachsend bis auf den Fußboden, mit sich herumschleppen wird.

Weitere Informationen
Itzak Manger wurde 1901 in Czernowitz geboren, diesem Fokus österreichisch-ungarischer, rumänischer, jüdischer und deutscher Kultur, Geburtsort auch von Paul Celan, Rose Ausländer und Elias Canetti. Mit seinen Figuren porträtierte er osteuropäische Juden, ihre Wünsche, ihr Denken, ihre Gefühle und auch ihr Scheitern. Obwohl er oft Leiden und Trauer beschreibt, sind seine Werke voller Hoffnung. Itzak Manger floh bei Ausbruch des 2. Weltkrieges zunächst nach London, zog dann nach New York und schließlich nach Israel um. Dort starb er 1969. Seine Erzählungen und Gedichte, die zum Teil vertont sind, gehören zu den schönsten Zeugnissen jiddischer Literatur.

Quellen zum Hörspiel - © DRA/Michael Friebel

Produktions- und Sendedaten

  • Westdeutscher Rundfunk 1987
  • Erstsendung: 10.01.1988 | WDR 3 | 17:00 Uhr | 47'55

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